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Notfallversorgung

TLage in den Elbe Kliniken angespannt: Viel Personal fehlt wegen Corona

Die Attacke auf den Arzt im Elbe Klinikum ereignete sich im November vergangenen Jahres. Foto: Archiv

Die Attacke auf den Arzt im Elbe Klinikum ereignete sich im November vergangenen Jahres. Foto: Archiv

Zahlreiche Klinikbeschäftigte können derzeit wegen Corona und den Folgen nicht arbeiten. Dieses niedersachsenweite Problem haben auch die Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude.

Von Karsten Wisser Mittwoch, 06.07.2022, 06:00 Uhr

Die hohen Infektionsraten in der Bevölkerung sind direkt oder indirekt auch in der Belegschaft der Elbe Kliniken zu spüren. Die beiden Krankenhäuser sind mit fast 3000 Angestellten der größte Arbeitgeber und der größte Ausbildungsbetrieb im Landkreis Stade. „Die Anzahl der Mitarbeiter-Ausfälle durch Isolation oder Quarantäne steigt wieder an“, sagt Siegfried Ristau, Geschäftsführer der Elbe Kliniken.

„Wir sind zwar noch ein gutes Stück vom Osterhöhepunkt entfernt – erwarten jedoch nun über einen längeren Zeitraum eine auf hohem Niveau konstante Anzahl an Ausfällen in der Mitarbeiterschaft.“ Neben eigenen Erkrankungen gibt es auch immer wieder Ausfälle, weil Kinder und andere Angehörige zu Hause betreut werden müssen.

OP-Programm reduziert

Wie bei allen Firmen wird die Situation durch die nahenden Sommerferien und die Urlaubszeiten insbesondere von Beschäftigten mit Kindern verschärft. Derzeit liegt die Ausfallquote beim Personal in den Elbe Kliniken zwischen 10 und 15 Prozent, was dem Doppelten bis Dreifachen des sonst üblichen Wertes entspricht. Zum letzten Osterhöhepunkt der Corona-Krise lag die Ausfallquote bei den Beschäftigten zeitweise sogar bei bis zu 25 Prozent.

„Wir befinden uns in einer durchaus dauerhaft angespannten Situation, die viel Flexibilität von allen Beteiligten erfordert“, sagt Siegfried Ristau. „Wir müssen jeweils spontan auf die Ausfälle beim Klinik-Personal reagieren und werden vermutlich auch in den nächsten Wochen immer wieder Einschränkungen im Regelbetrieb haben.“

Die Notfallversorgung in beiden Krankenhäusern in Stade und Buxtehude ist jedoch ausdrücklich rund um die Uhr gewährleistet. Das planbare Operations-Programm sei dagegen bereits seit mehreren Wochen reduziert, um die entsprechenden Kapazitäten für die Notfallversorgung aufrechtzuerhalten.

Hilferuf aus den Arztpraxen

In der vergangenen Woche hatte bereits Dr. Stephan Brune, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung für den Bezirk Stade, vor einer Überlastung der niedergelassenen Ärzte in der Region gewarnt. Auch in den Arztpraxen fehlen aufgrund von Corona und den Folgen viele Beschäftigte. Einige Arztpraxen mussten deshalb bereits schließen.

Die Corona-Lage im Landkreis Stade bleibt weiter angespannt. Der Landkreis hatte in Niedersachsen am Dienstag landesweit die zweithöchste Inzidenz. Der Landkreis Verden lag mit einer Inzidenz von 1273,5 weiter an der Spitze. Dahinter folgten der Landkreis Stade (1255,9) und die Grafschaft Bad Bentheim mit 1235,8. Die Stadt Wilhelmshaven hatte mit 554,6 die niedrigste Inzidenz.

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