Ehepaar in Dollern erlebt Albtraum – Polizei jagt diesen Einbrecher
So ähnlich wird’s gewesen sein: Der Täter durchsuchte erst noch das Schlafzimmer, ehe er flüchtete. (Symbolbild) Foto: dpa/gms/Illustration
Gegen 3 Uhr klirrt eine Scheibe, ein Mann steht plötzlich im Haus. Die Bewohner wehren sich trotz ihres hohen Alters. Dabei beginnt das Unheil wohl schon um Mitternacht. Die Polizei hat jetzt einen wichtigen Aufruf.
Dollern. In Kranenburg lässt sich ein Einbrecher von einer 90 Jahre alten Bewohnerin nicht stören, beinahe zeitgleich bricht ein Mann auf rabiate Art und Weise in ein Einfamilienhaus im Waldweg in Dollern nahe des Buschteiches ein.
Wie die Polizei dem TAGEBLATT bestätigt, habe der Einbrecher gegen 3 Uhr in der Nacht zum Dienstag die Scheibe der Terrassentür des Hauses eingeworfen. Offenbar machte sich der Mann wenig Gedanken darüber, möglichst leise vorzugehen. „Der Täter gelangte so in das Wohnzimmer“, sagt Daniel Kraus von der Polizeiinspektion Stade. Die nächste Tür zum Flur sei dann verschlossen gewesen. Auch diese Tür sei gewaltsam aufgebrochen worden.
76-Jährige versucht, den Weg zu versperren
Das blieb nicht unbemerkt - zumal: Die Bewohner des Hauses, ein 79-jähriger Mann und seine 76 Jahre alte Ehefrau, waren zu Hause. Sie seien wach geworden, als der Einbrecher sogar noch die Treppe ins Obergeschoss hinaufgegangen sei. Die Senioren wählten zunächst den Polizeinotruf.
Norddeutschland
Überfall im Schlaf - 95-jähriger Hamburger vertreibt Einbrecher
Anschließend wagten sie sich auf den Unbekannten zu. Die 76-jährige Frau habe eine Tür zur Treppe zuhalten wollen. Doch der Dieb wurde aggressiv. „Der Mann trat die Tür mit dem Fuß auf, ging auf den Mann los und schubste ihn zu Boden“, heißt es von der Polizei weiter.
Doch damit nicht genug: Statt nach der Attacke die Flucht anzutreten, habe der Einbrecher erst noch das Schlafzimmer sowie einen weiteren Raum nach Diebesgut durchsucht. Erst dann sei er wieder hinuntergerannt und über eine Tür geflüchtet.

Im Schutz des kleinen Wäldchens? Das Haus im Waldweg grenzt an den Buschteich in Dollern an. Foto: Tom Stahmann
Polizei-Fahndung mit mehreren Streifenwagen
Die Polizei nahm unverzüglich mit mehreren Streifenwagen eine Fahndung nach dem Einbrecher auf. Diese blieb jedoch ohne Erfolg.
Merkwürdig: Das Ehepaar berichtete laut Polizei, dass bereits um Mitternacht zuvor jemand an der Tür geklingelt habe und danach aber sofort weggelaufen sei. Eine Nachbarin hatte bereits im Sommer im Internet von einem auffälligen Pkw im Waldweg berichtet. Doch wenn das Haus möglicherweise ausgespäht worden sei, bliebe die Frage, warum der Einbrecher dann zuschlug, obwohl das Ehepaar zu Hause war?
T Schutz vor Einbrechern: Diese Fragen treiben die Leser um
Täter soll Rastalocken tragen - Polizeiaufruf
Den Einbrecher kann das Ehepaar wie folgt beschreiben:
- circa 1,80 Meter groß, schlanke Statur
- scheinbares Alter 25-30 Jahre
- dunkle Hautfarbe, mit Rastalocken
- trug eine auffällige grüne Steppjacke
Der 79-jährige Mann blieb bei dem Übergriff unverletzt.
Videoüberwachung am Haus: Was erlaubt ist - und was nicht
Die Polizei Horneburg (Telefon: 04163/ 828950) startet zudem einen wichtigen Aufruf: Nachbarn, die Videokameras an ihren Grundstücken angebracht haben, sollten die Aufnahmen sichten, ob sie verdächtige Personen oder Fahrzeuge darauf erkennen. Dieser Aufruf gelte auch für die umliegenden Straßen, „da sich der Täter möglicherweise mehrere Stunden im Nahbereich aufgehalten haben könnte“. (tip)
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.