Notrufe im Kreis Stade: Ärger an Tankstelle, Aufregung um Krabbeltier
Im Alten Land war eine Wollhandkrabbe unterwegs und löste einen Polizeieinsatz aus. Foto: Polizei
1.10. oder auch 110 - Tag des Polizeinotrufs: Die Beamten aus den Stader Wachen informieren über ihren Alltag, der am Donnerstag auch Überraschendes bereithält.
Landkreis. Zum Tag des Polizeinotrufs am 1. Oktober geben die Beamten der Polizeiinspektion Stade beinahe im Halbstundentakt Einblicke in ihre Arbeit: Beim sogenannten 110-Marathon wird das Einsatzgeschehen live via Instagram (@polizei.stade) begleitet. Die Polizei informiert aus der Leitstelle und von der Straße aus.
So entstehe ein Einblick in die tägliche Arbeit - und es werde auch über Einsätze berichtet, die nicht in Pressemitteilungen oder Zeitungen nachzulesen seien, heißt es in der Ankündigung. Denn häufig wendet sich die Polizei ausschließlich zur Zeugensuche an die Öffentlichkeit, dann werden Straftaten oder Unfälle bekannt. Einsätze, in denen alles geklärt ist, werden häufig gar nicht öffentlich.
Am Morgen kracht es auf der A26
Statistisch gesehen kommt es im Landkreis Stade zu 10.000 Straftaten im Jahr, das macht gut 28 Delikte pro Tag. Zudem fallen laut Polizeistatistik von 2025 mehr als 4900 Unfälle an - mehr als 13 am Tag.
Dass diese Rechnung nicht aufgeht, zeigt der Donnerstag. Wie die Polizei bilanziert sind es von Mitternacht an bis zum Ende der Tagesspätschicht 71 Einsätze die landkreisweit abgearbeitet werden.
Hier kommt eine Auswahl des Einsatzgeschehens vom 1. Oktober:
- 5.47 Uhr
Einmal mehr kracht es am frühen Morgen an der A26. Im Bereich Horneburg habe es trotz des erst beginnenden Berufsverkehrs einen Auffahrunfall gegeben. Eine Person sei leicht verletzt worden.
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- 6.24 Uhr
Der Tankrabatt gilt seit Mitternacht, da müsste doch an den Tankstellen eigentlich Zufriedenheit herrschen? Nicht so am Morgen in Stade. An einer Tankstelle muss die Polizei das Hausrecht durchsetzen. Ein Mann habe sich geweigert, die Tankstelle zu verlassen.
Tankrabatt startet mit stark fallenden Preisen
- 7 Uhr
Längst kein Einzelfall - und dennoch ein laut Polizei „besonders schwerer Fall des Diebstahls“: In Drochtersen ist ein Snackautomat im Schutz der Nacht aufgebrochen worden. Die Tatortgruppe der Polizei rückt an - Spurensicherung.
- bis 7.10 Uhr
Am frühen Morgen gilt es Wildunfälle abzuarbeiten. Gleich vier Mal habe es landkreisweit mit Beginn der Morgendämmerung gekracht, berichtet die Polizei: „Die Unfälle wurden polizeilich aufgenommen und die zuständigen Jagdpächter informiert.“ Gerade jetzt mit Beginn des Herbstes ist die Gefahr des Wildwechsels groß. Speziell zwischen etwa 5 und 9 Uhr steigt das Risiko für einen Zusammenstoß.
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Blaulicht
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- 8.13 Uhr
Es wird voller auf den Straßen. In Stade kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Auto und einer Fahrradfahrerin. Die Polizei nimmt den leichten Unfall auf. Ein Rettungswagen ist ebenfalls im Einsatz.
- 8.45 Uhr
In Buxtehude geht eine Brandmeldeanlage. Auch die Polizei wird alarmiert. Schnell gibt die Feuerwehr Entwarnung: Fehlalarm.
- 9 Uhr
Sind Schrammen sichtbar? Zwei Autos stoßen auf einem Parkplatz in Stade zusammen. „Da ein Firmenfahrzeug betroffen war, wurde der Unfall polizeilich aufgenommen“, begründen die Beamten.
- 10.50 Uhr
Es wird bedrohlich, zumindest im Privaten. In Harsefeld gibt es Streit um einen entwendeten Nasssauger. „Die Geschädigten holten sich ihr Gerät noch vor dem Eintreffen der Polizei kurzerhand selbst zurück“, berichtet die Polizei. Es bleibt den Angaben zufolge ruhig. Anzeigen wegen Diebstahls und Bedrohung sind raus.
- 11 Uhr
„Rauchzeichen“ im Alten Land, die Nachbarn beschweren sich. Die Behauptung: Der 90 Jahre alte Hausbewohner veranstalte seit Tagen ein Lagerfeuer. Die Polizei sieht nach: „Alles unter Kontrolle.“ Vielmehr schwelt wohl ein Nachbarschaftsstreit zwischen den Parteien.
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- 12 Uhr
Der Klassiker darf nicht fehlen: Schockanruf in Oldendorf. Ein angeblicher Polizist erkundigte sich am Telefon nach einem Tresor im Haus. Die angerufene Seniorin reagiert richtig: Sie legt auf, informiert stattdessen die Polizei. Es entsteht kein Schaden. Die Polizei Stade mahnt: „Die Polizei fragt am Telefon niemals nach Wertsachen oder Geld.“
- 13.17 Uhr
Wieder Notruf aus dem Alten Land. Ein Radfahrer meldet ein „seltsames Tier am Straßenrand“. Vielleicht ein Reptil? Vielleicht aus einem Terrarium entlaufen?
Die Auflösung erfolgt noch vor Ort: Es handelt sich um eine Wollhandkrabbe. Die invasive Art wandert im Herbst aus dem Binnenland zurück in Richtung Nordsee. Dabei komme es auch zu Sichtungen im Garten, an Wegen oder auch in Kellern (!).
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Die Wollhandkrabben werden zu den 100 schlimmsten invasiven Arten der Welt gezählt. Vermutlich wurde die Art über das Ballastwasser von Schiffen nach Europa eingeschleppt. Sie richten in den anliegenden Gewässern großen Schaden an.
- 13.45 Uhr
Der Ladendetektiv in Stade schlägt zu. Eine Powerbank soll gestohlen werden, das Akku-Gerät verschwindet schon in der Jackentasche, so die Polizei. Der Ladendetektiv ruft die Polizei, die leitet ein Verfahren ein.
- 14.37 Uhr
Ölspur in Buxtehude - auf der Straße kann es rutschig werden. Die Feuerwehr streut ab, die Polizei lobt: Der Verursacher habe sich umgehend gemeldet.
- 15.16 Uhr
Mit dem beginnenden Feierabendverkehr wird es wieder voller auf den Straßen. Auf der L111 in Stade kommt es zum Unfall. „Glück im Unglück“, schreibt die Polizei. Zwei Autos sind zusammengestoßen, verletzt ist niemand, die Autos weiter fahrbereit.
- 15.50 Uhr
In dieser Familie sagt man sich offenbar auch mal lautstark die Meinung. Eine Passantin meldet einen Streit zwischen einem Vater und seinen Söhnen in Jork, sie sorgt sich. Ein „streikendes“ Auto soll Auslöser gewesen sein. Doch als die Polizei erscheint, ist alles gut. Die Familie ist bereits wieder in Eintracht gemeinsam im Auto unterwegs.
- ab 17 Uhr
Am Abend beherrscht der Herbst die Lage: Rutschgefahr in Drochtersen und Starkregen in Oldendorf. Von „Bauernglatteis“ wird zu Erntezeiten gesprochen. Das heißt: Durch die Maisernte auf den Äckern sind Fahrbahnen verschmutzt. „In Kombination mit dem Regen verwandelt sich das schnell in eine Rutschpartie“, warnt die Polizei.
Der angekündigte Regen setzt im Landkreis ein. Gullideckel würden in Oldendorf wegen des Wasserdrucks hochgedrückt. Weil aber die Feuerwehr vor Ort alles im Griff habe, müsse die Polizei vorerst nicht eingreifen.
Dennoch häufen sich jetzt am Abend die Verkehrsunfälle im gesamten Landkreis, etwa auf der Fredenbecker Hauptstraße. Hauptunfallursache: Aquaplaning, zu wenig Abstand und nicht angepasste Geschwindigkeit. Die Polizei mahnt:
- Tempo drosseln
- Abstand verdoppeln
- vorausschauend fahren
- 18 Uhr
Hausfriedensbruch in Stade: Ein laut Polizei „stark angetrunkener“ Mann will ins Fitnessstudio. Das Personal sieht die Ausfallerscheinungen und sagt nein. Der Einlass wird dem Mann verwehrt. Als die Polizei erscheint, ist der Mann einsichtig. Von der Polizei mit einem Augenzwingern - „wir sagen: ,Don‘t drink and drive‘, aber definitiv auch ,Don‘t drink and train!‘. (tip)
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