Einsätze wegen Schnee und Glätte - Auto überschlägt sich auf B74
Auf der B74 kam ein Audi von der Straße ab. Foto: Klempahn/Feuerwehr
Ob vereiste Straßen oder herabstürzende Äste: Feuerwehr und Polizei haben bei der aktuellen Wetterlage viel zu tun - und ziehen eine erste Bilanz.
Landkreis. Trotz Schnee und Eis sind im Kreis Stade größere Unfälle bislang ausgeblieben, melden Polizei und Feuerwehr auf TAGEBLATT-Nachfrage. „In der Zeit von Samstagmorgen 5 Uhr bis Sonntagmittag 11.45 Uhr wurden der Polizei 16 Glätteunfälle gemeldet, bei denen es vorwiegend Sachschäden gab. Vier Autoinsassen wurden dabei leicht verletzt“, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach am Sonntagmittag.
Polizei: Oft junge Fahranfänger betroffen
Vereinzelt seien Fahrzeuge über Verkehrsinseln gefahren, mit Schildern kollidiert oder im Graben gelandet.
Auffällig: Bei den Unfällen handele es sich überproportional oft um junge Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren, so Bohmbach. Das sei allerdings auch nachvollziehbar, da viele erstmals mit solchen Witterungsbedingungen Auto fahren, ordnet der Polizeisprecher ein.
Generell sollten Autofahrer angesichts der Witterung ihre Fahrweise anpassen und mehr Fahrzeit einplanen, mahnt Bohmbach. Schnee sei zwar sichtbar, dennoch könne es an manchen Stellen unerwartet glatt sein.
Auto überschlägt sich auf der B74
Auch die Feuerwehr rückte am Wochenende zu mehreren Einsätzen aus, wie Kreisfeuerwehrsprecher Stefan Braun bestätigte. „Aber die Zahl der Einsätze hält sich in Grenzen“, so Braun am Sonntagmittag.
Besonders großes Glück hatten die drei Insassen eines Audi bei einem Unfall auf der B74. Wie die Feuerwehren Fredenbeck auf den sozialen Medien mitteilten, war ein Audi am frühen Sonntagnachmittag von der Straße abgekommen und hat sich überschlagen, bevor er in einem Graben zum Stehen kam.
Die Ortsfeuerwehr Schwinge wurde um 14.13 Uhr alarmiert und rückte aus. „Die drei Insassen wurden vom ebenfalls alarmierten Rettungsdienst untersucht, blieben aber augenscheinlich unverletzt“, so die Feuerwehr.
Die Feuerwehr sicherte die Einsatzstelle, stellte den Brandschutz sicher und reinigte die Fahrbahn nach der Bergung des Fahrzeugs.
Vielerorts sind Äste unter der Schneelast von Bäumen abgebrochen. In Wiepenkathen fuhr sich ein Rettungswagen im Schnee fest und brauchte Unterstützung. Weitere größere Unfälle oder Ähnliches meldet aber auch die Feuerwehr nicht. „Die Autofahrer fahren sehr angepasst bei Schnee“, sagt Braun.
Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr
Glätte und Schneefall sorgen im öffentlichen Verkehr in Norddeutschland weiter für Beeinträchtigungen. Auf allen Linien der S-Bahn Hamburg komme es zu Verspätungen und Abweichungen, Grund seien „witterungsbedingte Einschränkungen“, wie die Deutsche Bahn (DB) auf ihrer Webseite schreibt.
Auf der Linie S5 ist aktuell bei Fahrten zwischen Hamburg und Buxtehude, beziehungsweise Stade, ein Umstieg in Neugraben erforderlich.
Auf der Linie S3 fährt die Bahn von Neugraben in Richtung Pinneberg über Dammtor, Sternschanze und Holstenstraße. In Richtung Jungfernstieg, Landungsbrücken und Altona müssen Fahrgäste ab Hauptbahnhof auf die S1 umsteigen.
Umgestürzter Baum legt Bahnverkehr lahm
Am Samstagnachmittag, gegen 16.15 Uhr, blockierte ein Baum die Gleise in Otterndorf. Dieser war wegen des starken Windes und der großen Schneelast auf Höhe des Bahnübergangs Cuxhavener Landstraße umgestürzten.

Ein umgestürzter Baum blockierte den Bahnverkehr in Otterndorf. Nach der Beseitigung durch die Feuerwehr konnte der Zug die Fahrt in Richtung Hamburg nach circa 20 Minuten fortsetzen. Foto: Feuerwehr Otterndorf
Ein sich aus Cuxhaven nähernder Zug der Regionalbahn „Start Unterelbe“ konnte noch rechtzeitig stoppen. Nachdem die Leitstelle die Streckensperrung durch die Deutsche Bahn bestätigt hatte, konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Baum mit einer Motorsäge zerschneiden und aus dem Gleisbereich entfernen.
Der Zug konnte nach etwa 20 Minuten seine Fahrt in Richtung Hamburg fortsetzen. (bat/dpa/jl)