Sextortion im Kreis Rotenburg: 21-Jähriger mit Nacktfotos erpresst
Insgesamt 4.000 Euro soll der junge Mann aus dem Kreis Rotenburg den Erpressern gezahlt haben (Symbolbild). Foto: Ollebolle123 / Pixabay
Ein vermeintlicher Online-Flirt endet im Desaster: Ein 21-jähriger Mann aus dem Kreis Rotenburg wird um mehrere Tausend Euro erpresst. Die Kriminellen drohen mit der Verbreitung pikanter Aufnahmen.
Landkreis Rotenburg. Ende Februar wurde ein 21-jähriger Mann im Landkreis Rotenburg Opfer von sogenannter „Sextortion“.
Online-Flirt wird zur Falle
„Dabei handelt es sich um eine Form der sexuellen Erpressung im Internet, bei der Täter zunächst einen Online-Flirt aufbauen, um ihre Opfer zur Übersendung intimer Bilder oder Videos zu bewegen“, erklärt der Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg, Marvin Teschke.
Erpresser drohen mit der Verbreitung pikanter Fotos
Im Anschluss drohen die Täter damit, die Aufnahmen an Freunde, Familie oder Arbeitskollegen zu verbreiten, und fordern Geldzahlungen. „Für die Betroffenen stellt dies eine erhebliche psychische Belastung dar, sodass es nicht selten zu Zahlungen kommt“, sagt Teschke.
Opfer zahlt mehrere Tausend Euro
Besonders problematisch sei, dass die Täter nach ersten Zahlungen häufig weitere Forderungen stellen und den Druck auf die Opfer erhöhen. So auch im Falle des jungen Mannes aus dem Stader Nachbarkreis. Der 21-Jährige überwies laut Polizeisprecher in mehreren Tranchen insgesamt rund 4.000 Euro an die Erpresser. Die Ermittlungen dauern an.
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Rotenburgs Polizeisprecher Marvin Teschke hat Tipps zusammengestellt, wie man verhindern kann, den Erpressern in die Hände zu geraten.
So schützt man sich vor sexueller Erpressung
- Die wichtigste Regel: Keine Nacktaufnahmen verschicken.
- Keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen annehmen.
- Regelmäßig die Account- und Privatsphäreeinstellungen prüfen.
- Zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten, wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber, bleiben.
- Nicht vorschnell einem Videochat zustimmen. Im Zweifel: Kamera zunächst abkleben, um verbal zu kommunizieren und das Geschehen zu beobachten.
- Keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in (Video-)Chats zustimmen.
- Betriebs- sowie Virenschutzsysteme auf den Endgeräten wie Smartphone, Laptop, Tablet oder Computer sollten immer auf dem aktuellen Stand sein, um sich vor Schadsoftware (sogenannte Malware) zu schützen. Es gibt Malware, die problemlos die Webcam aktivieren und einen damit jederzeit filmen kann.
Was kann man tun, wenn man bereits erpresst wird?
Auch wenn die Täter bereits Bilder erlangt haben und drohen, die Fotos zu veröffentlichen, haben die Opfer der sexuellen Erpressung noch Handlungsmöglichkeiten.
Rotenburgs Polizeisprecher hat auch in diesem Fall Tipps für Betroffene:
- „Überweisen Sie kein Geld. Die Erpressung hört nach der Zahlung
- meist nicht auf“, sagt Teschke. Generell sollte man den Forderungen der Erpresser nicht nachgehen, sondern Anzeige bei der Polizei erstatten.
- „Kontaktieren Sie den Betreiber der Seite und veranlassen Sie, dass das Bildmaterial gelöscht wird. Nicht angemessene Inhalte kann man dem Seitenbetreiber über eigens hierfür eingerichtete Buttons melden“, rät der Polizeisprecher.
- Betroffene sollen den Kontakt zu der anonymen Person sofort abbrechen und nicht mehr auf Nachrichten reagieren.
- Wer erpresst wird, sollte Kontakt zu seiner lokalen Polizeidienststelle aufnehmen und das weitere Vorgehen mit den Beamten absprechen.
(pm/set)
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