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Unesco-Weltnaturerbe

Nationalpark wird 40 - Lies: Aufgabe Wattenmeer zu bewahren

Ministerpräsident Olaf Lies (l), Nationalparkleiter Peter Südbeck (m) und Umweltminister Christian Meyer sprachen bei dem Festakt zum Wattenmeer-Jubiläum.

Ministerpräsident Olaf Lies (l), Nationalparkleiter Peter Südbeck (m) und Umweltminister Christian Meyer sprachen bei dem Festakt zum Wattenmeer-Jubiläum. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Seit vier Jahrzehnten gibt es den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – ein Aushängeschild des Landes. Doch der Naturraum steht vor mehreren Herausforderungen.

Von dpa Freitag, 06.02.2026, 08:05 Uhr

Wilhelmshaven. Mit einem Festakt hat Niedersachsen das 40-jährige Bestehen seines größten Nationalparks gefeiert – der Nationalpark Wattenmeer. Rund 250 Gäste etwa aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft kamen bei der Festveranstaltung in Wilhelmshaven zusammen. 

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sagte in einer Festrede, es sei 1986 eine „mutige Entscheidung“ gewesen, den Nationalpark für diesen einzigartigen Naturraum einzurichten. „Es war eine Antwort auf die Bedrängnis der Zeit.“ Damals hätten Umweltverschmutzungen, verunreinigte Strände und ein übermäßiger Nährstoffeintrag das Wattenmeer geprägt. Niedersachsen könne heute stolz sein, auf seinen Nationalpark und die Auszeichnung als Unesco-Weltnaturerbe. „Wir haben die Aufgabe, dass Niedersachsen sein Wattenmeer, sein Weltnaturerbe gut bewahrt“, sagte der Ministerpräsident. 

Was das Wattenmeer bedroht

Trotz großer Schutzbemühungen und Erfolgen steht das Wattenmeer und der niedersächsische Nationalpark auch vor einigen Herausforderungen. Umweltschutzverbände kritisieren eine zunehmende Industrialisierung auf der Nordsee und einen steigenden Nutzungsdruck auch auf das Wattenmeer. Sie sehen deshalb auch den Unesco-Welterbetitel in Gefahr. Außerdem bedrohen auch Folgen des Klimawandels das sensible Ökosystem.

Umweltminister Christian Meyer kündigte an, den Wattenmeerschutz zu stärken.

Umweltminister Christian Meyer kündigte an, den Wattenmeerschutz zu stärken. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Umweltminister Christian Meyer sagte in seiner Rede, dass sich der Nationalpark in den vergangenen Jahrzehnten positiv entwickelt habe. Er verwies auf eine aktuelle Untersuchung des Dachverbandes Nationale Naturlandschaften. Der Grünen-Politiker kündigte aber auch an, den Wattenmeerschutz verstärken zu wollen. „Wir haben weiter Herausforderungen.“ Es müsse mehr darum gehen, dem Nationalparkmotto „Natur Natur sein lassen“ zu folgen. „Wir werden auch mehr in Richtung Null-Nutzungsgebiete gehen“, kündigte er an. 

Jubiläumsjahr mit Aktionen

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist nach seinem Pendant in Schleswig-Holstein der zweitgrößte Nationalpark Deutschlands. Die Landesregierung hatte den Nationalpark per Verordnung ausgewiesen. Am 1. Januar 1986 trat sie in Kraft. Zwischenzeitlich wurde das Gebiet erweitert. Die Nationalparkverwaltung feiert das runde Jubiläum in diesem Jahr unter dem Motto „Nationalpark wirkt“ mit verschiedenen Angeboten und Aktionen.

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