Schwefelsäure wird knapp - Warum Aurubis davon profitiert
Aurubis stellt produziert in Hamburg nahezu reines Kupfer. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Eine Entwicklung hängt mit dem Iran-Krieg zusammen. Die wichtige Chemikalie wird zur Produktion von Düngermitteln benötigt.
Hamburg. Der Hamburger Kupferproduzent Aurubis beobachtet nach Ausbruch des Iran-Kriegs ein verknapptes Angebot an Schwefelsäure. Die gestörten Schwefel-Lieferketten im Nahen Osten hätten den Markt unter Druck gesetzt, sagte Konzernchef Toralf Haag. Die Preise für kurzfristige Lieferungen, die sogenannten Spotpreise, seien gestiegen und lägen auf hohem Niveau.
Aurubis profitiert von Schwefelsäure-Knappheit
Schwefelsäure ist eine wichtige Chemikalie, die Unternehmen unter anderem zur Herstellung von Düngemitteln benötigen. Aurubis kann Schwefelsäure verkaufen, weil die Säure als Nebenprodukt während der Kupferherstellung erzeugt wird. Aurubis ist deshalb, anders als manche Erzeuger, nicht auf Lieferungen von Schwefel angewiesen, um die Säure zu erzeugen.
Im Finanzbericht zu den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres heißt es, der Konzern rechne mit höheren Erlösen aus dem Verkauf von Schwefelsäure. Haag zufolge veräußert Aurubis rund 85 Prozent der Schwefelsäure über Verträge und den Rest am sogenannten Spotmarkt für Kurzfristgeschäfte.
Irankrieg wirkt sich auf Schwefelhandel aus
Der Verband der Chemischen Industrie hatte nach Ausbruch des Iran-Kriegs vor Versorgungsengpässen von Rohstoffen gewarnt. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup sagte, die Hälfte des Schwefel-Seehandels laufe durch die beeinträchtigte Straße von Hormus.
Bereits am Freitag hatte Aurubis mitgeteilt, die Gewinnprognose anzuheben. Die endgültigen Resultate des zweiten Geschäftsquartals legte der Konzern dann am Montag vor. Im laufenden Geschäftsjahr, das bis Ende September dauert, soll der Vorsteuergewinn 425 bis 525 Millionen Euro erreichen.
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