Deutsche Faxe - Von der Leyen sorgt für Lacher im Parlament
Ursula von der Leyen betonte die Bedeutung des Bürokratieabbaus für Europas Wettbewerbsfähigkeit. Foto: Frederick Florin/AFP/dpa
Ein Seitenhieb sorgt für Lacher im EU-Parlament: Die Präsidentin der EU-Kommission spielt auf Deutschlands Fax-Vorliebe an. Was steckt hinter ihrer Kritik beim Bürokratieabbau?
Berlin. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat mit einem indirekten Seitenhieb auf die deutsche Fax-Kultur für Gelächter im Europäischen Parlament gesorgt. „Einige Mitgliedstaaten akzeptieren beispielsweise nur Korrespondenz per Fax“, sagte von der Leyen bei ihrer Rede im EU-Parlament in Straßburg zum Bürokratieabbau. Nach einer kurzen Unterbrechung schob sie hinterher: „Das ist wahr“ und grinste die zum Teil lachenden Abgeordneten im Saal an.
Aus Kreisen der EU-Kommission hieß es, dass von der Leyen damit auf eine deutsche Praxis anspiele. Konkret bezog sich die Spitzenpolitikerin in ihrer Rede zum Bürokratieabbau auf den Transport von Müll aus einem EU-Staat in einen anderen. Dieser müsse effizient, schnell und einfach funktionieren, sei wegen der Überregulierung in verschiedenen Mitgliedsländern jedoch umständlich. Händler warteten Monate bis sie für ihre Lieferung grünes Licht von den Behörden bekämen. Bei der entsprechenden Richtlinie für den Mülltransport der EU setzt Deutschland laut Kommissionskreisen weiterhin auf Fax-Geräte.