Kulturstaatsminister

Deutscher Verlagspreis: Weimer ändert Auswahlverfahren

Der Kulturstaatsminister hat den Deutschen Verlagspreis 2026 ausgeschrieben. (Symbolbild)

Der Kulturstaatsminister hat den Deutschen Verlagspreis 2026 ausgeschrieben. (Symbolbild) Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Im Frühjahr gab es Kritik, als der Kulturstaatsminister drei linke Buchläden vom Buchhandlungspreis ausschloss. Bei einer anderen Auszeichnung ändert sich nun das Verfahren.

Von dpa 10.07.2026, 14:30 Uhr

Berlin. Nach dem Wirbel um den Deutschen Buchhandlungspreis hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer das Auswahlverfahren bei einer anderen Auszeichnung verändert - dem Deutschen Verlagspreis. „Die Auswahl der auszuzeichnenden Verlage trifft der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) auf Grundlage der Empfehlungen der Jury“, teilte Weimers Behörde mit. Neu ist ein beratendes Gremium mit Fachleuten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Kurt-Wolff-Stiftung, an das sich die Jury wie auch Weimer als Beauftragter für Kultur und Medien wenden können. 

Ein Sprecher Weimers erläuterte, dass Weimer der Juryempfehlung grundsätzlich folgen werde. Nur in Ausnahmefällen könne er ein Veto einlegen, etwa wenn verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse zu Nominierten vorlägen. Das neue Beratungsgremium solle etwaige Streitfälle klären.

„Transparenz und Nachvollziehbarkeit“

„Das weiterentwickelte Verfahren dient einer transparenten und sorgfältigen Bewertung etwaiger Fragestellungen im Auswahlprozess und stärkt den verantwortungsvollen Austausch der beteiligten Partner“, hieß es in einer Mitteilung zum Start der Bewerbungsphase. Der Börsenverein begrüßte, „dass ein Verfahren gefunden wurde, das für mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit sorgt“. So könne der wichtige Branchenpreis fortgesetzt werden. Er wird am 9. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Im Frühjahr hatte Weimer drei von einer Jury für den Buchhandlungspreis ausgewählte Buchläden wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ von der Liste der Preisträger gestrichen. Die Entscheidung weckte Kritik, ebenso wie die Überprüfung der Nominierten durch den Verfassungsschutz. Öffentlich wurde nicht bekannt, was den Buchläden vorgeworfen wurde.

Verlagspreis für Dutzende Häuser

Der Deutsche Verlagspreis ehrt kleine, unabhängige Häuser mit besonders interessanten Programmen. Drei herausragende Verlage werden mit einem mit 50.000 Euro dotierten Gütesiegel ausgezeichnet. Bis zu 79 weitere Verlage können Preise von jeweils 18.000 Euro bekommen. Ein Nachhaltigkeitspreis und ein Innovationspreis sind mit je 24.000 Euro dotiert. Insgesamt stehen der Mitteilung zufolge Millionen Euro für Preisgelder zur Verfügung. 

Laut Ausschreibung sind Verlage nicht teilnahmeberechtigt, „deren Verlagsprogramm Bücher mit jugendgefährdenden, gewaltverherrlichenden, verfassungsfeindlichen (insbesondere antisemitischen, rassistischen oder sonstigen gruppenbezogen menschenverachtenden) oder strafbaren Inhalten umfasst“. 

Nach Angaben eines Sprechers von Weimer wäre es auch diesmal „im absoluten Ausnahmefall“ denkbar, Nominierte im Rahmen des sogenannten Haber-Verfahrens vom Verfassungsschutz prüfen zu lassen. Ziel sei aber die Klärung mit Hilfe des neuen Beratungsgremiums.

In den Teilnahmebedingungen des Verlagspreises heißt es: „Auf Grundlage der vorliegenden Informationen, etwaiger Stellungnahmen sowie der Empfehlung durch die Beratungsgruppe wird der Sachverhalt bewertet. Die abschließende Entscheidung über das weitere Vorgehen obliegt BKM.“

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