Dudenhöffer fordert Ende der 35-Stunden-Woche bei VW
Ferdinand Dudenhöffer: „Schmeißen wir die Tarifautonomie weg für ein paar Jahre.“ (Archivbild) Foto: Johannes Neudecker/dpa
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht in Mehrarbeit ohne Lohnausgleich einen Weg, die hohen Produktionskosten bei Volkswagen zu senken. Zugleich erwartet er harte Zeiten.
Osnabrück. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert angesichts der Krise der deutschen Autoindustrie eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich bei Volkswagen. Damit könne man „das Problem der hohen Produktionskosten“ zumindest teilweise lösen, sagte der Leiter des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
„Schmeißen wir die Tarifautonomie weg für ein paar Jahre!“, sagte Dudenhöffer und forderte Politik, Gewerkschaften und Unternehmen zu gemeinsamen Gesprächen auf. „Die Mitarbeiter müssen verzichten.“ Deutschland habe sich zu viel Wohlstand geleistet, während der internationale Wettbewerb stärker geworden sei.
„Müssen uns wahnsinnig anstrengen“
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten sieht der Ökonom aber Chancen für die deutschen Autobauer. „In fünf bis sieben Jahren könnte es einen Aufschwung geben“, sagte er. „Die Zeit davor wird aber richtig hart, wir müssen uns wahnsinnig anstrengen.“

Was bringt die Zukunft für den VW-Konzern? Autoexperte Dudenhöffer hält einen Aufschwung für möglich. Foto: Jan Woitas/dpa
Den Vorwurf, die Hersteller hätten die Elektromobilität verschlafen, wies der Autoexperte zurück: „VW war der erste europäische Hersteller, der in ein reines E-Auto-Werk investiert hat.“ Zudem zeige etwa die Marke Skoda, dass man fortschrittliche, wettbewerbsfähige Fahrzeuge bauen könne. „Skoda kann’s - also ist der Generalverdacht, die Autobauer hätten etwas verpennt, falsch.“
Kritisch bewertete Dudenhöffer die fehlenden konkreten Ergebnisse der jüngsten VW-Aufsichtsratssitzung. „Die Unsicherheit bleibt, was nicht gut ist für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber“, sagte er.
Berichte: VW droht massiver Stellenabbau
Bei Volkswagen könnten laut „Manager Magazin“ bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Laut „Bild“ könnten es sogar 120.000 sein. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht den Berichten zufolge die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Genaue Details hat VW aber noch nicht genannt.
Zudem meldete der Konzern am Freitag erneut rückläufige Absatzzahlen. Im zweiten Quartal 2026 sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge um knapp neun Prozent.