Dutzende Schaulustige beobachten Hochwasser in Flensburg
Wellen schlagen an den Ostseestrand.
Dutzende Schaulustige haben sich an der Flensburger Hafenspitze am Freitagnachmittag das Hochwasser angeschaut. Viele von Ihnen machten von einer erhöhten Stelle trockenen Fußen Fotos von den Wassermassen, die sich über die gesperrte Straße bis an die Häuser auf der gegenüberliegenden Seite erstreckte. Andere wateten in Gummistiefeln und Regenhosen durch das Wasser oder fuhren in Schlauchbooten über die Straße. Kinder freuten sich über Möwen, die auf der Straße schwimmen.
Flensburg. Die Stadt sah es skeptisch, dass ein „gewisser „Katastrophentourismus““ eingesetzt habe. Man bitte ausdrücklich darum, sich nicht in Gefahr zu bringen und Einsatzkräfte nicht zu behindern, schrieb sie. Für den Verkehr waren nach Angaben der Stadt viele Straßen rund um den Hafen gesperrt. Mit weiteren Sperrungen im Laufe des Tages wurde gerechnet, da die Pegelstände weiter stiegen. Auch einige Buslinien wurden umgeleitet.
An den betroffenen Straßen am Hafen liegen viele Kneipen, Restaurants und Hotels. Fenster und Türen der Gebäude waren mit professionellen Schotts geschlossen oder mit Bauschaum und Holzplatten provisorisch abgedichtet worden. Möbel und andere Einrichtungsgegenstände wurden bereits am Vorabend in Sicherheit gebracht. In viele Häuser war Wasser eingedrungen, wie Bilder in den sozialen Medien zeigten. Wie groß die entstandenen Schäden tatsächlich sind, ist noch unklar. Bilanz werde erst gezogen werden können, wenn das Wasser wieder weg sei, sagte ein Stadtsprecher. Immerhin: Verletzte oder gar Tote gab es bis zum Nachmittag nicht.
In der parallel zum Hafen liegenden Einkaufsstraßen ging das Leben indes seinen normalen Gang. Viele Menschen nutzten das schlechte Wetter für einen Einkaufsbummel oder Cafébesuch.
Am Nachmittag lag das Hochwasser in Flensburg bei 1,82 Meter über dem mittleren Wasserstand. Für die Flensburger Förde wurden Wasserstände bis 2,0 Meter über dem mittleren Wasserstand vorhergesagt. Die Feuerwehr war nach Angaben der Stadt mit rund 110 Kräften im Einsatz. Die überwiegende Zahl der Einsätze war indes wegen des Sturms und nicht wegen des Hochwassers.