Nach Klagen

Erfolg für Bayer vor Oberstem US-Gericht in Roundup-Streit

Bayer holte sich die Rechtsstreitigkeiten um den Unkrautvernichter Roundup mit dem Kauf von Monsanto ins Haus.

Bayer holte sich die Rechtsstreitigkeiten um den Unkrautvernichter Roundup mit dem Kauf von Monsanto ins Haus. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

US-Klagen rund um den Unkrautvernichter Roundup beschäftigen Bayer seit Jahren. Nun gibt es vom Obersten Gericht der USA ein wichtiges Urteil.

Von dpa 25.06.2026, 16:30 Uhr

Washington. Der Bayer-Konzern hat in den milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA einen wichtigen Erfolg vor dem Obersten Gericht des Landes erzielt. Dem Urteil zufolge kann Bayer nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden.

Das Oberste Gericht berief sich darauf, dass in den USA von der Regierung einheitliche Markierungen vorgeschrieben seien - damit könne es keine abweichenden Anforderungen einzelner Bundesstaaten geben. Vielen Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup dürfte damit die Grundlage entzogen werden.

Grunsatzurteil nach Fall aus St. Louis

Die Bayer-Aktie legte nach dem Urteil zeitweise um rund 15 Prozent zu. Der Konzern begrüßte das Urteil in einer Stellungnahme als „gut für die Wissenschaft, Landwirte und für Branchen, die auf regulatorische Klarheit für Innovationen angewiesen sind“. Bayer verneint ein Krebsrisiko von Roundup.

Der Fall des Klägers John Durnell war ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt worden. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass das Unternehmen zu einer Krebswarnung auf dem Unkrautvernichter Roundup verpflichtet gewesen sei, und sprachen dem Kläger 1,25 Millionen Dollar zu. Bayer wählte den Fall dann später für den Gang vor den obersten US-Gerichtshof aus, um ein Grundsatzurteil zu erzielen.

Konzern verweist auf Umweltbehörde

Bayer argumentierte, dass die US-Umweltbehörde EPA in dem Mittel keine Gesundheitsrisiken sehe, wenn es entsprechend den Vorschriften angewendet werde. Die EPA hatte das Produktlabel folglich ohne Warnung genehmigt. Daher sollten laut Bayer auch Schadenersatzansprüche „basierend auf dem Recht einzelner Bundesstaaten vor Gericht keinen Bestand haben“.

Folge des Monsanto-Kaufs 

Bayer-Chef Bill Anderson, der das Ruder in Leverkusen im Juni 2023 übernommen hatte, verfolgt das Ziel, die US-Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Diese hatte sich Bayer 2018 mit der Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto ins Haus geholt. Nach einer ersten Niederlage in einem Glyphosat-Prozess stiegen dann die Klägerzahlen.

Auch Sicht von Bayer dürfte das Urteil „dazu führen, dass aktuelle Klagen abgewiesen und mögliche künftige Klagen verhindert werden – soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen“. Zugleich strebt der Konzern weiterhin die finale Genehmigung eines angekündigten großen Sammelvergleichs an.

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