Landgericht Oldenburg

Fahrt gegen Baum mit Kindern – Ein Unfall oder Mordversuch?

Eine Mutter soll versucht haben, sich und ihre beiden Kinder zu töten. (Archivfoto)

Eine Mutter soll versucht haben, sich und ihre beiden Kinder zu töten. (Archivfoto) Foto: Sina Schuldt/dpa

Trennung, Verzweiflung - und dann prallt ein Auto mit zwei Kindern gegen einen Baum: War es ein Mordversuch? Die Angeklagte bricht vor Gericht in Tränen aus - und schildert, woran sie sich erinnert.

Von dpa 30.06.2026, 16:45 Uhr

Oldenburg/Lohne. Eine Mutter hat unter Tränen gestanden, mit ihren beiden Kindern im Auto gegen einen Baum gefahren zu sein. Sie könne sich allerdings kaum daran erinnern, sagte die 39-Jährige vor dem Landgericht Oldenburg. Sie wisse nur noch, „dass es qualmt und ich Nasenbluten hab‘“.

Ihre achtjährige Tochter musste notoperiert werden, ihr zehnjähriger Sohn und sie selbst erlitten Knochenbrüche. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau unter anderem versuchten heimtückischen Mord vor.

Gab sie nach einer Trennung Gas?

Laut Anklage stieg die Deutsche mit den beiden ahnungs- und wehrlosen Kindern an einem Abend im Februar 2026 in ihr Auto. Sie soll angetrunken und mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum in Lohne (Landkreis Vechta) gefahren sein. Ihre Tochter erlitt schwerste Verletzungen am Kopf. Bei einer Notoperation mussten Ärzte ihr eine Niere entfernen, das Kind schwebte zeitweise in Lebensgefahr.

Aus Chatnachrichten geht hervor, dass sich ihr Partner ein paar Stunden zuvor getrennt hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte die Trennung nicht verkraftet hat und den Mann mit der Tat bestrafen wollte. Sie sitzt in Untersuchungshaft. Ein Urteil könnte Ende Juli verkündet werden.

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