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Lohnlücke

Gender Pay Gap in Hamburg sinkt nur minimal auf 17 Prozent

Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt in Hamburg nach Angaben des Statistikamts Nord 17 Prozent. (Symbolbild)

Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt in Hamburg nach Angaben des Statistikamts Nord 17 Prozent. (Symbolbild) Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Trotz minimaler Verbesserung: Frauen in Hamburg verdienen pro Stunde im Schnitt noch immer 5,11 Euro weniger als Männer. Warum die Lücke bei Akademikerinnen besonders groß ist.

Von dpa Mittwoch, 25.02.2026, 11:40 Uhr

Hamburg. Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Hamburg ist in den vergangenen zwei Jahren minimal geringer geworden. So verdienten Frauen im vergangenen Jahr im Schnitt 25,29 Euro brutto pro Stunde, Männer kamen auf 30,40 Euro, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern - das sogenannte Gender Pay Gap - betrug damit 17 Prozent. Im Jahr 2024 lag der Verdienstunterschied den Angaben zufolge noch bei 18 Prozent. 

Bundesweite Lohnungleichheit bei 16 Prozent 

Bundesweit lag der Wert sowohl 2024 als auch 2025 bei 16 Prozent, teilten die Statistiker anlässlich des Equal Pay Day an diesem Freitag mit. Bis zu diesem Tag arbeiten die Frauen rein statistisch betrachtet unentgeltlich. Die Ergebnisse des Gender Pay Gap basieren den Statistikern zufolge auf der Verdiensterhebung eines repräsentativen Monats, 2025 sei dies der April gewesen. EU-weit lag der Verdienstunterschied zuletzt bei 12 Prozent. 

Je höher der Bildungsgrad, desto höher ist den Statistikern zufolge auch der Verdienstunterschied. So verdienten Frauen mit einer Hochschul- oder Fachhochschulreife im vergangenen Jahr in Hamburg im Schnitt 28,33 Euro brutto pro Stunde, Männer erhielten dagegen 35,70 Euro - was einer Lohnlücke von 21 Prozent entspricht. Bei Menschen ohne Schulabschluss lag die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen dagegen bei nur acht Prozent - um bei Frauen und Männern mit einem Haupt- beziehungsweise Realschulabschluss auf 17 Prozent zu steigen. 

DGB: Lohnlücke ist kein Naturgesetz 

„Die Lohnlücke ist kein Naturgesetz“, sagte die Vorsitzende des DGB Nord, Laura Pooth. Sie sei das Ergebnis struktureller Ungleichheit: Ungleich verteilte Sorgearbeit, Teilzeitfalle und fehlende Betreuungsangebote für Kinder bis ins Schulalter sowie für Menschen mit Unterstützungsbedarf seien maßgebliche Ursachen des Gender Pay Gap. Hinzu komme, dass Frauen in Branchen arbeiteten, die häufig schlechter bezahlten - etwa in der Alten- und Krankenpflege, im Einzelhandel oder in der Gastronomie. 

Der Sozialverband (SoVD) Hamburg zeigte sich ebenfalls kritisch. „Schlimm ist, dass sich seit Jahren sehr wenig tut, um diese Ungleichheit zu verringern“, erklärte Hamburgs SoVD-Vorsitzender Klaus Wicher. Dabei sei gleiche Bezahlung keine freiwillige Leistung, „sondern eine Frage der Gerechtigkeit und Gleichstellung der Geschlechter“. Und mit Blick auf die Rente betonte Wicher: Aufgrund eines geringeren Verdiensts für die gleiche Arbeit drohe Frauen eher die Altersarmut als Männern. „Hier kann und muss die Politik eingreifen.“

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