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Fußball-Bundesliga

Gerettet, aber frustriert: Werder braucht fremde Hilfe

Bremer Frust bei der Niederlage gegen Hoffenheim.

Bremer Frust bei der Niederlage gegen Hoffenheim. Foto: Uwe Anspach/dpa

Diese Saison wird man bei Werder Bremen so schnell nicht vergessen. Die vorzeitige Rettung gelingt - aber nicht aus eigener Kraft. Jetzt geht es an die große Aufarbeitung.

Von Ulrike John und Sebastian Stiekel, dpa Sonntag, 10.05.2026, 13:30 Uhr

Bremen. Dieses Ende passt zu Werders turbulenter Bundesliga-Saison: Die Bremer bleiben erstklassig - aber die Rettung mussten andere für sie übernehmen. Der vorzeitige Klassenerhalt am vorletzten Spieltag stand erst fest, als nach dem FC St. Pauli auch der VfL Wolfsburg sein Spiel verloren hatte. Die Niedersachsen unterlagen am Samstagabend gegen Bayern München. 

Werder selbst war zu diesem Zeitpunkt auf dem Rückflug aus Baden-Württemberg und noch stark mit dem eigenen Frust über die 0:1 (0:1)-Niederlage bei 1899 Hoffenheim beschäftigt.

„Es ist kein gutes Gefühl, wenn du auf andere Plätze schauen musst. Das haben wir uns anders vorgestellt“, sagte Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz. „Aber wir sind natürlich froh, dass wir aufgrund der anderen Ergebnisse den Klassenerhalt vorzeitig geschafft haben. So nehmen wir es natürlich auch. Wir können mit dieser Saison allerdings nicht zufrieden sein.“

Gegen Borussia Dortmund soll am letzten Spieltag im Weserstadion ein „versöhnlicher Abschluss“ gelingen, so Fritz. Aber noch viel wichtiger wird sein, welche Lehren die Bremer aus dieser enttäuschenden Saison ziehen.

Was wird aus den Leihspielern?

Unstrittig ist, dass der Trainerwechsel von Horst Steffen zu Daniel Thioune Kräfte freigesetzt hat, die der Mannschaft vorher fehlten. Thioune selbst ist damit aufgrund seiner Ansprache und seiner taktischen Korrekturen schon so etwas wie ein Hoffnungsträger für bessere Zeiten.

Fritz soll nach Lage der Dinge Sportchef bleiben, auch wenn viele Probleme dieser Saison auf die Versäumnisse bei der Kaderplanung im vergangenen Sommer zurückgehen. Aktuell versucht Werder, deutlich früher dran zu sein als noch vor einem Jahr: Der junge Franzose Kenny Quetant (19) von AC Le Havre wurde bereits verpflichtet, der Spanier Chuki (22) von Real Valladolid soll für das offensive Mittelfeld bald folgen.

Ansonsten tun sich ähnliche Probleme auf wie schon im Frühsommer 2025: Werder benötigt dringend Transfereinnahmen und setzt deshalb auf einen möglichst lukrativen Verkauf des Saisonaufsteigers Karim Coulibaly (18). Und Werder muss die Zukunft seiner zahlreichen Leihspieler klären, von denen Jovan Milosevic und Cameron Puertas vielleicht bleiben könnten, Maximilian Wöber und vor allem Victor Boniface aber eher nicht.

Frühe Rote Karte für Sugawara

Nach dem Dortmund-Spiel werde man „die bereits begonnene Saisonanalyse abschließen“, sagte Fritz. Und die geradezu symptomatische Niederlage in Hoffenheim lieferte dafür wieder einiges Anschauungsmaterial.

90 Minuten inklusive Nachspielzeit spielten die Bremer bei einem Champions-League-Kandidaten in Unterzahl. Dafür machten sie es sehr gut. Eine völlig unnötige Rote Karte für Yukinari Sugawara (5.) hatte die Schwierigkeiten aber selbst erst herbeigeführt. Gut 20 Minuten später traf Bazoumana Touré (26.) zum 1:0 für Hoffenheim.

„Wie wir das Spiel nach der Roten Karte gegen eine absolute Top-Mannschaft bestritten haben – da ziehe ich den Hut“, sagte Kapitän Marco Friedl. „Was mich aber unfassbar wütend macht, ist die Art und Weise, wie wir das Gegentor kassieren. Das ist Kindergarten. Es ist unfassbar, dass wir in der Situation nicht auf der Höhe sind und dass wir schlafen. Wegen so einer Scheiße darfst du nie und nimmer ein Tor kassieren. Es macht mich so sauer.“

Werder-Trainer Daniel Thioune.

Werder-Trainer Daniel Thioune. Foto: Uwe Anspach/dpa

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