Hafengeburtstag – Stimmung gut, vereinzelt „mulmiges Gefühl“
Zahlreiche Besucher stehen beim 837. Hafengeburtstag am Ufer der Elbe. Foto: Marcus Brandt/dpa
Schiffspektakel im Sonnenschein: Bei vielen der Tausenden Schaulustigen überwiegt beim Hamburger Hafengeburtstag gute Laune. Was bedeutet die jüngste Amokfahrt in Leipzig für die Gäste?
Hamburg. Zwischen Kaiserwetter und großem Polizeiaufgebot: Der Hafengeburtstag in Hamburg folgte nur wenige Tage auf die Amokfahrt in Leipzig. Viele der tausenden Besucherinnen und Besucher zeigten sich gelassen, einige hatten die Sicherheit aber zumindest im Hinterkopf. „Man hat immer irgendwo das Auge ein bisschen offen und guckt, ob da irgendwo was ist“, sagte ein Besucher aus dem Kreis Pinneberg, der mit seiner Familie für einen Tag angereist war. „Aber eigentlich fühle ich mich in Hamburg immer ziemlich sicher.“
Angesichts der Sicherheitsvorkehrungen sei sie unbekümmert, beschrieb eine Frau aus Thüringen. „Wir haben so viel Polizei und sowas gesehen.“ Eine Besucherin aus Sachsen-Anhalt sagte: „Man muss zwar aufpassen, aber man hat so viele Eindrücke, dass das im Hintergrund ist.“
Aufmerksamer unterwegs, mehr Distanz
Der Hamburger Hafengeburtstag lockte auch am zweiten Tag Tausende Schaulustige auf die Landungsbrücken an der Elbe. Eine Hamburgerin, die spontan mit einer Freundin zur traditionellen Einlaufparade gekommen war, besuche das Spektakel zwar „sicherlich noch mit zwei Augen und zwei Ohren mehr“, aber sei „voller Erwartung“.
Bei einem Mann aus Braunschweig hinterließ der Vorfall in Leipzig „ein mulmiges Gefühl. Wir sind jetzt auch nicht ganz nach vorne gegangen, wo die großen Ansammlungen hier sind, sondern ein bisschen distanzierter“, sagte der Besucher.
Verbotszone gilt um Landungsbrücken
Waffen und der Einsatz privater Drohnen über dem Veranstaltungsgelände sind am Wochenende nicht erlaubt, wie die Polizei mitteilte. Das Sicherheitskonzept werde grundsätzlich fortlaufend überprüft und an aktuelle Erkenntnisse angepasst, erklärte die Hamburger Wirtschaftsbehörde nach der Amokfahrt von Leipzig. Bei dieser hatte ein Mann am Montagnachmittag mehrere Menschen in einer Fußgängerzone mit seinem Auto erfasst.
Eine 63 Jahre alte Frau und ein 77 Jahre alter Mann starben, sechs weitere Menschen wurden mitunter schwer verletzt. Gegen den Fahrer, einen 33 Jahre alten Deutschen, wird wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes ermittelt.