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Krisenland Myanmar

Kampagne fordert Lebenszeichen von Aung San Suu Kyi

Die Kampagne fordert ein Lebenszeichen von Aung San Suu Kyi, die seit Jahren im Gefängnis sitzt. (Archivbild)

Die Kampagne fordert ein Lebenszeichen von Aung San Suu Kyi, die seit Jahren im Gefängnis sitzt. (Archivbild) Foto: Peter Dejong/AP/dpa

Tausende Häftlinge kamen kürzlich in Myanmar frei – nicht aber Aung San Suu Kyi. Eine von ihrem Sohn unterstützte Kampagne fordert Klarheit über ihren Zustand und fragt: Lebt sie überhaupt noch?

Von dpa Dienstag, 21.04.2026, 10:30 Uhr

Naypyidaw. Mit wachsender Sorge um ihr Schicksal haben Aktivisten in Myanmar eine internationale Kampagne gestartet, um ein Lebenszeichen von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zu erzwingen. Die Initiative unter dem Namen „Proof of Life“ fordert von der Militärjunta einen Beleg dafür, dass die entmachtete frühere Regierungschefin (80) noch am Leben ist. Im Internet unterstützten viele User die Forderung.

Die Kampagne wurde von der Menschenrechtsgruppe „All in One Piece“-Bewegung ins Leben gerufen. Unterstützt wird sie auch von Suu Kyis Sohn Kim Aris, der die Militärführung im früheren Birma seit Monaten öffentlich auffordert, Informationen über den Zustand seiner Mutter preiszugeben. Sie ist seit Jahren weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Gesundheitszustand ist unklar

Die einst als Freiheitsikone gefeierte Suu Kyi war im Zuge des Militärputschs vom Februar 2021 festgenommen worden. Sie wurde später wegen angeblicher Vergehen zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Wie ihre Haftbedingungen sind und wie es ihr geht, ist aber unklar. „Die Öffentlichkeit glaubt oft, sie stehe noch immer unter Hausarrest, dabei hat sie die ganze Zeit im Gefängnis verbracht“, sagte ihr Sohn vor wenigen Tagen dem Nachrichtenportal „Democratic Voice of Burma“ (DVB).

Bereits im September hatte sich Kim Aris in einem Video an die Öffentlichkeit gewandt und von „sich verschlimmernden Herzkomplikationen“ seiner Mutter berichtet. Niemand wisse, ob sich jemand um sie kümmere, erklärte er damals. Das Vorgehen des Militärs sei „grausam, lebensbedrohlich und inakzeptabel“.

Suu Kyi hatte bereits früher insgesamt rund 15 Jahre unter Hausarrest gestanden. Während dieser Zeit in ihrer Villa in Yangon (früher: Rangun) war sie weitgehend von der Außenwelt isoliert, wurde jedoch international als Symbol des gewaltfreien Widerstands gegen die Militärdiktatur bekannt.

Massenamnestie - aber nicht für Suu Kyi

Kürzlich hatten die Behörden anlässlich des Neujahrsfestes in dem südostasiatischen Land Tausende Gefangene freigelassen, darunter überraschend den früheren Präsidenten Win Myint. Zunächst gab es Spekulationen, dass auch Suu Kyi freikommen könnte - jedoch gehörte sie nicht zu den Begnadigten. Stattdessen wurde nur ihre Haftstrafe um wenige Jahre reduziert. 

Die Kampagne setzt vor allem auf sozialen Druck: Unterstützer sollen ihre Forderungen in sozialen Netzwerken verbreiten und Regierungen weltweit dazu aufrufen, die Junta zu mehr Transparenz zu drängen. Auch Prominente und Politiker beteiligten sich. Der bekannte Schauspieler Khar Ra veröffentlichte ein Video, in dem er fragt: „Wo ist Aung San Suu Kyi? Lebt sie noch?“

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