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Krieg in der Ukraine

Kreml: China wird nicht in Krieg hineingezogen

Der Kreml weist die Kritik zurück, dass China sich in den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hineinziehen lasse. (Archivbild)

Der Kreml weist die Kritik zurück, dass China sich in den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hineinziehen lasse. (Archivbild) Foto: Bai Xueqi/XinHua/dpa

Der ukrainische Präsident Selenskyj kritisiert, dass Chinesen auf russischer Seite kämpften. Der Kreml in Moskau reagiert auf Vorwürfe, dass China sich in den Krieg hineinziehen lasse.

Von dpa Donnerstag, 10.04.2025, 14:45 Uhr

Moskau. Moskau hat Vorwürfe aus Kiew zu einer Verwicklung Chinas in den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zurückgewiesen. „Das ist nicht so. China nimmt eine ausgewogene Position ein, China ist unser strategischer Partner, Freund, Genosse, und China hat immer eine sehr, sehr ausgewogene Position eingenommen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Beteiligung chinesischer Kämpfer an dem Krieg beklagt.

„Selenskyj hat nicht recht“, sagte Peskow. China selbst weist immer wieder auf eine neutrale Position in dem Konflikt hin. Zugleich steht das Land international in der Kritik, Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine auch mit für die Rüstungsindustrie wichtigen Gütern zu unterstützen - etwa zum Bau von Drohnen.

Vorwürfe aus Kiew

Nach Peskows Äußerungen bekräftigte Selenskyj noch einmal seine Vorwürfe. „Es ist kristallklar, dass dies keine isolierten Fälle, sondern systematische russische Bemühungen zur Rekrutierung von (chinesischen) Bürgern für den Krieg sind“, schrieb er in sozialen Netzwerken. Die Anwerbung finde dabei zum Teil auf dem Staatsgebiet Chinas statt. Russland müsse die Möglichkeit genommen werden, den Krieg in die Länge zu ziehen und auszuweiten, fügte er hinzu, ohne Peking direkt zu nennen. Zugleich veröffentlichte er erneut das Videofragment der Befragung eines chinesischen Gefangenen, der dabei den Wunsch äußerte, in die Heimat zurückzukehren.

Selenskyj hatte zunächst die Gefangennahme von zwei auf russischer Seite in der Ukraine kämpfenden Chinesen gemeldet und dann erklärt, es handle sich nicht um Einzelfälle. Er gab ihre Zahl mit 155 an. Er wies darauf hin, dass die auf russischer Seite kämpfenden Chinesen im Widerspruch zur offiziellen Position Pekings stünden. China habe immer vor einer Eskalation des Kriegs gewarnt.

China hatte den Vorwurf zurückgewiesen, dass eigene Bürger an der russischen Invasion in der Ukraine beteiligt seien. Dies seien haltlose Behauptungen. Die chinesische Regierung habe ihre Bürger stets aufgefordert, sich von Gebieten mit militärischen Konflikten fernzuhalten.

Russland steht in der Kritik, bereits nordkoreanische Soldaten eingesetzt zu haben. Die Ukraine wiederum wirbt auch aktiv um Ausländer für ihre Armee.

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