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Adventszeit

Lichterglanz trotz Sparkurs – wie die Städte beleuchten

Die Hansestadt stellt die Lichterketten zur Verfügung, die Montage übernehmen teils die Stadt oder andere Firmen.

Die Hansestadt stellt die Lichterketten zur Verfügung, die Montage übernehmen teils die Stadt oder andere Firmen. Foto: Philipp Schulze/dpa

Trotz knapper Kassen setzen viele Städte auf festliche Lichter. Wie sie Finanzierungslücken schließen und welche Stadt diesen Advent wie erstrahlt.

Von dpa Samstag, 29.11.2025, 05:05 Uhr

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Hannover. In der Adventszeit hängen Sterne in den Straßen, Gebäude werden beleuchtet und Weihnachtsbäume mit Lichterketten verbreiten eine stimmungsvolle Atmosphäre. Doch die meisten Kommunen sind knapp bei Kasse und müssen sparen. Betrifft das auch die weihnachtliche Illumination?

Hannover sucht Sternen-Paten

Die Weihnachtsbeleuchtung wird von der City-Gemeinschaft Hannover, ihren Mitgliedern und der Stadt organisiert. Über den Straßen leuchten Sternschnuppen, außerdem leuchtet der große Hannover-Stern an einer Hausfassade. Die Kosten betragen demnach rund 100.000 Euro pro Jahr für Montage und Demontage, Unterhalt, Reparaturen und Einlagerung. 

„Es gibt derzeit ein Defizit von rund 30.000 Euro“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Hannover. Es seien nach Corona große Kaufhäuser verloren gegangen – damit auch als Zahler – deshalb sei die Unterfinanzierung entstanden. Das Defizit könne in diesem Jahr aus anderen Zuwendungen gestemmt werden, das sei aber kein Dauerzustand. 

Prenzler ist zuversichtlich, neue Unterstützer für die Weihnachtsbeleuchtung zu finden. „Das können Gastronomen, Einzelhandel sowie Rechtsanwälte und Ärzte sein“, erklärt er. Außerdem werden Sternen-Paten gesucht. 

Lüneburg: Neue Beleuchtung mit EU-Fördergeldern

Eine Winterbeleuchtung steigere die Attraktivität und Lebendigkeit einer Innenstadt und sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je, betont Vera Reinicke, Sprecherin der Stadt Lüneburg. Etwa zehn große Bäume im Stadtgebiet, die Linden und das Landgericht sowie die Ratsbücherei werden beleuchtet. Die Hansestadt stellt die Lichterketten zur Verfügung, die Montage übernehmen teils die Stadt oder andere Firmen. Die Kosten für die Montage lägen im fünfstelligen Bereich. 

Hinzu komme die Beleuchtung der drei großen Stadt-Kirchen, die von der Lüneburg Marketing GmbH organisiert und durch Spenden finanziert werden. Die Kosten lägen laut Sprecherin bei etwa 15.000 Euro. Neu sei die Winterbeleuchtung an 34 Lichtmasten in vier Straßen. 

Auch eine beleuchtete Salzsau im Rathausgarten gebe es. Insgesamt hat die neue Beleuchtung laut Sprecherin rund 71.000 Euro gekostet, gefördert werde sie zu 60 Prozent aus dem EU-Förderprogramm „Resiliente Innenstadt Lüneburg“. 

In Bremen wird nicht gezielt an der Weihnachtsbeleuchtung gespart

In der Innenstadt gibt es sowohl eine klassische Weihnachtsbeleuchtung als auch eine daran anschließende Winterbeleuchtung, wie Christoph Sonnenberg, Sprecher der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, mitteilt. Die Installation umfasse verschiedene, von unterschiedlichen Akteuren betreute Abschnitte. 

Aktuell wird laut Sonnenberg nicht gezielt an der Weihnachtsbeleuchtung gespart. Die Zuständigkeiten und der Umfang würden jeweils durch die Standortgemeinschaften, Anliegerinnen und Anlieger sowie die CityInitiative Bremen Werbung festgelegt. Installation und Betrieb bewegen sich demnach je nach Abschnitt finanziell im mehrfach fünfstelligen Bereich.

Allerdings findet Anfang 2026 das Event „Lichter der City“ nicht statt. Als Grund für die Absage nannte der Verein CityInitiative Bremen Werbung die Streichung der öffentlichen Förderung. Das Aus wird einem Medienbericht zufolge mit der gestiegenen Zahl an Veranstaltungen und beantragten Förderungen für 2026 begründet. Die Initiative kündigte an, sich für eine Rückkehr des Events 2027 einzusetzen. 

Göttingen: Eigentümer und Privatpersonen gleichen finanzielle Defizite aus

In der Fußgängerzone leuchten Stalaktitenketten, dreidimensionale Weihnachtssterne sowie vier mit Lichterketten geschmückte Bäume, in den Nebenstraßen gibt es ebenfalls Lichterketten, wie Dominik Kimyon, Sprecher der Stadt Göttingen, mitteilt. Die Illumination rund um den Weihnachtsmarkt organisiere und finanziere der Weihnachtsmarktverein. 

Die Stadtwerke unterstützen die Stromversorgung als Sponsoren. Finanzielle Defizite gebe es, diese würden durch Privatpersonen und Eigentümer ausgeglichen, erklärt der Sprecher. Das Stadtmarketing stelle jährlich einen festen Betrag bereit und werbe zusätzliche Spenden ein. Das Beleuchtungssystem sei modular aufgebaut, sodass einzelne Straßenzüge bei finanziellen Engpässen herausgenommen werden könnten.

Oldenburg: Stadt bezuschusst Beleuchtung mit 25.000 Euro

In Oldenburg ist der Verein „Gemeinsam für Oldenburg“ federführend für die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt, wie Stephan Onnen, Sprecher der Stadt, mitteilt. Die Stadt bezuschusst die Aktion mit 25.000 Euro. Diese Summe ist laut Onnen auch für den Haushalt 2026 eingeplant. Die verbleibende Summe von etwa 35.000 Euro tragen demnach Betriebe, die Eigentümerschaft in der Innenstadt sowie der Verein „Gemeinsam für Oldenburg“.

Braunschweig illuminiert historischen Burggraben

Die Weihnachtsbeleuchtung verteilt sich auf viele Schultern, darunter Werbegemeinschaften oder Anwohnerinnen und Anwohner, wie Stephanie Horn, Sprecherin der Braunschweig Stadtmarketing GmbH, erklärt. Die Stadt habe vor drei Jahren ein Förderprogramm für Weihnachtsbeleuchtung ins Leben gerufen. Damit könnten Unternehmen eine Förderung für einmalige Investitionskosten in Höhe von maximal 5.000 Euro erhalten. 

In diesem Jahr wurden laut Sprecherin elf Anträge mit einem Förderbedarf in Höhe von insgesamt rund 19.300 Euro gestellt. Ein Großteil sei bereits bewilligt worden.

Das Stadtmarketing selbst sorge für die Beleuchtung rund um den Weihnachtsmarkt und am Altstadtmarkt. Unter anderem leuchten zwei große Weihnachtsbäume, zudem sei der historische Burggraben illuminiert.

Osnabrück hat hochwertige Beleuchtungselemente angeschafft

In der Innenstadt gibt es eine Weihnachtsbeleuchtung mit Überspannungen und illuminierten Fassaden, wie Stephan Gerecht von der Marketing Osnabrück GmbH mitteilt. An der Weihnachtsbeleuchtung selbst werde nicht gespart. 

Durch Fördermittel in der Zeit nach Corona seien hochwertige Beleuchtungselemente angeschafft worden, die nun über mehrere Jahre genutzt werden könnten. Kaufleute sowie Unternehmer unterstützen bei der Beleuchtung, erklärt der Sprecher.

In Hannover gibt es ein Defizit von rund 30.000 Euro. (Archivbild)

In Hannover gibt es ein Defizit von rund 30.000 Euro. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Kosten für die Montage in Lüneburg liegen im fünfstelligen Bereich.

Die Kosten für die Montage in Lüneburg liegen im fünfstelligen Bereich. Foto: Philipp Schulze/dpa

Die Winterbeleuchtung sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je, betont eine Sprecherin der Stadt Lüneburg.

Die Winterbeleuchtung sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je, betont eine Sprecherin der Stadt Lüneburg. Foto: Philipp Schulze/dpa

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