Zähl Pixel
Vegetarische Produkte

Minister Rainer: Licht und Schatten in „Veggie“-Kompromiss

Minister Rainer: „Gut, dass Veggie-Schnitzel-Verbot vom Tisch ist.“ (Archivbild)

Minister Rainer: „Gut, dass Veggie-Schnitzel-Verbot vom Tisch ist.“ (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Unter welchen Namen dürfen Burger und Schnitzel ohne Fleisch in der EU verkauft werden? Nach viel Wirbel gibt es eine Einigung. Komplett glücklich ist der deutsche Minister damit nicht.

Von dpa Sonntag, 08.03.2026, 04:05 Uhr

Berlin. Bundesernährungsminister Alois Rainer sieht in dem auf EU-Ebene erzielten Kompromiss zur Bezeichnung vegetarischer Produkte Licht und Schatten. „Es ist gut, dass das Veggie-Schnitzel-Verbot vom Tisch ist“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Die Verbraucher sind schlau und mündig. Sie wissen längst, dass im Veggie-Schnitzel kein Fleisch ist.“ Rainer äußerte sich zugleich kritisch dazu, dass es eine ebenfalls vorgesehene Liste mit Begriffen gebe, die künftig Fleischprodukten vorbehalten sind. 

„Wir hätten uns gewünscht, dass diesbezüglich gar keine Neuregelung kommt“, sagte der Minister. „Der Kompromiss bedeutet für die Branche unnötigen Mehraufwand.“ Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich kürzlich darauf verständigt, dass Namen wie „Veggie-Burger“ und „Tofu-Wurst“ nicht von den Speisekarten verschwinden müssen, wie es europäische Abgeordnete im vergangenen Jahr zunächst ins Spiel gebracht hatten. 

Bestimmte „Veggie“-Bezeichnungen sollen tabu sein

Andere vegetarische Produkte sollen demnach aber künftig nicht mehr etwa als „Veggie-Hühnchen“ oder „Tofu-Rippchen“ beworben werden dürfen. Tabu sein sollen laut Vertretern des EU-Parlaments Bezeichnungen, die sich auf Tier- oder Fleischarten und einzelne Teilstücke („Cuts“) beziehen: zum Beispiel Geflügel, Rindfleisch, Rippchen, Schulter, Kotelett oder Speck.

Minister Rainer hatte sich bereits im vergangenen Jahr klar gegen ein „Veggie-Burger“-Verbot ausgesprochen. Der CSU-Politiker bekräftigte nun: „Für die Unternehmen wäre der bürokratische Aufwand für die Umstellung immens gewesen. Ich habe von Anfang an gesagt, so eine Entscheidung hätte man vor zehn Jahren treffen müssen.“

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Mehr Döner bestellt - trotz höherer Preise

Vor ein paar Jahren war ein Döner deutlich billiger. Heute liegen die Preise oft über sieben Euro. Die Menschen in Deutschland lassen sich davon nicht abschrecken - und essen sogar mehr als vorher.