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Nach Northvolt-Pleite

Ökonom Schularick zu Batterieproduktion: „Zug abgefahren“

Der Ökonom Moritz Schularick rechnet nicht mehr mit dem Bau einer Batteriefabrik bei Heide. (Archivbild)

Der Ökonom Moritz Schularick rechnet nicht mehr mit dem Bau einer Batteriefabrik bei Heide. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa

Was passiert auf dem für eine Batteriefabrik vorbereiteten Gelände bei Heide? Der Kieler Ökonom hat eine klare Meinung zu den Plänen von Northvolt in der Region.

Von dpa Freitag, 25.07.2025, 14:50 Uhr

Kiel. Der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, hält den Vorsprung Chinas bei der Batterieproduktion im Massengeschäft für Elektroautos für kaum einholbar. „Was die Konkurrenzfähigkeit Europas, aber auch der USA angeht, muss man sehen: Der Zug ist abgefahren“, sagte Schularick den „Kieler Nachrichten“ (Freitagausgabe). „Es sei denn, der Westen wäre bereit, den Aufbau einer Massenproduktion mit gewaltigen Summen zu subventionieren.“

Nach Ansicht des Ökonomen hätten die Chinesen aber nicht nur Größenvorteile, sondern verfügten auch über bessere Technologie. Im Massengeschäft werde Europa nicht hinterherkommen. „Diese Idee ist mit Northvolt gestorben.“ Nötig seien Alternativen jenseits des Massenmarktes wie Batterien für besondere Anwendungen.

Unklar ist, wie viel Geld die Northvolt-Insolvenz den Steuerzahler in Schleswig-Holstein kostet. Northvolt hatte von der staatlichen Förderbank KfW für den geplanten Fabrikbau bei Heide über eine Wandelanleihe rund 600 Millionen Euro erhalten. Bund und Land bürgten dafür jeweils zur Hälfte. Hinzu kamen 20 Millionen Euro für Zinsen und Verfahrenskosten. Die EU-Kommission genehmigte Anfang 2024 zudem direkte Fördermittel in Höhe von rund 700 Millionen Euro (137 Millionen Euro vom Land, 564 vom Bund). Dieses Geld wurde bislang aber nicht ausgezahlt.

Das ist die Baustelle der geplanten Batteriefabrik. (Archivbild)

Das ist die Baustelle der geplanten Batteriefabrik. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa

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