Großfeuer in Gräpel bleibt im Gedächtnis: schwierige Einsätze für die Feuerwehr
In der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten gab es im vergangenen Jahr einen Großeinsatz für viele Feuerwehrleute. Foto: Feuerwehr
Neues aus den 18 Ortswehren der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten: neue Kinderfeuerwehr in Gräpel, belastende Einsätze sowie Fälle, die es in die Boulevardmedien schafften.
Oldendorf-Himmelpforten. Zu ihrer Jahreshauptversammlung trafen sich kürzlich alle 18 Feuerwehren der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten im Gasthaus Dat Brinkhuus in Kranenburg. Gemeindebrandmeister Malte Gooßen, der kürzlich für weitere sechs Jahre wiedergewählt wurde, verwies in seinem Jahresbericht auf Aufgaben der Feuerwehren, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten.
„Die dicken Brocken können wir nur durch den Zusammenhalt aller Beteiligten bewegen“, betonte Gooßen. Dank der freiwilligen Feuerwehrleute und der Unterstützung durch Familie, Bürger, Politik, Rat und Verwaltung habe sich die Samtgemeindefeuerwehr zu einer leistungsfähigen Organisation entwickelt, die das Wohl der Allgemeinheit als gemeinsames Ziel nie aus den Augen verliere.
103 Menschen half die Feuerwehr im Jahr 2025
Das zahlte sich auch im vergangenen Jahr aus. Die Einsatzkräfte der Samtgemeinde konnten 103 Personen aus misslichen Lagen befreien, 47 Brände wurden gelöscht und anderweitig Hilfe geleistet. Leben wurden gerettet, allerdings konnte vier Menschen nicht mehr geholfen werden, so der Gemeindebrandmeister.

Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke (links) gratuliert Marco Elfers, Feuerwehr Estdorf, zur Beförderung zum Hauptlöschmeister. Im Hintergrund Thorsten Poppe, Feuerwehr Oldendorf. Foto: Hillyer-Funke
Sein Stellvertreter Thorsten Raap berichtete über das vergangene Jahr. Statistisch gesehen sei es für die Feuerwehren durchschnittlich verlaufen. Auffällig sei allerdings, dass die Ehrenamtlichen vermehrt Polizei und Rettungsdienste bei Türöffnungen unterstützten, die teilweise technisch herausfordernd waren. Auch sei festzustellen, dass häufiger alleinstehende Menschen in Notlagen gerieten und Hilfe benötigten.
Gefordert waren auch die AED-Gruppen der Feuerwehren, die bei medizinischen Notfällen mit automatisierten Defibrillatoren Notärzte und Rettungsdienste unterstützten. Dabei erlebten sie teilweise „schlimme Sachen“, berichtete Raap. Es gebe für die Einsatzkräfte die Möglichkeit, durch Gespräche oder mit Unterstützung von Seelsorgern Hilfe zu finden.
Das waren die schwierigsten Einsätze im Jahr 2025
Anfang Mai sorgte ein Großfeuer in Gräpel zu langwierigen Löscharbeiten. Das Feuer durch brennendes Heu hatte auf ein Bauernhaus übergegriffen. Neben Feuerwehren aus der Samtgemeinde rückten zur Unterstützung auch die Wehren aus Elm und Bremervörde an. Nach vielen Stunden habe der Brand erfolgreich gelöscht werden können.
Im September forderte ein Feuer auf dem Gelände eines Recyclingbetriebes in Düdenbüttel die Feuerwehren, die die Lage gemeinsam meisterten. Der Brand konnte schnell gelöscht werden.
Ebenfalls im September ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Der Fahrer eines Autos, das zwischen Oldendorf und Heinbockel bei Sunde gegen einen Baum geprallt war, konnte aus dem stark deformierten Unfallfahrzeug befreit und mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Es sei eine sehr anspruchsvolle Aufgabe gewesen, die dank der Feuerwehren Heinbockel, Himmelpforten und Oldendorf in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten gemeistert wurde.
Zweimal geriet im vergangenen Jahr die Feuerwehr Himmelpforten in die Schlagzeilen der überregionalen Presse: Der Einsatz an einem defekten Snackautomaten, durch den eine Mutter und ihr Kind einen Stromschlag erlitten hatten und der Brand eines Love-Mobils in Himmelpforten hätten besondere Beachtung seitens der Boulevardpresse gefunden, berichtete Thorsten Raap.
Kinderfeuerwehren in Gräpel und Himmelpforten
Malte Gooßen berichtete, dass in diesem Jahr die zweite Kinderfeuerwehr in der Samtgemeinde mit dem Namen Lüttje Wehr Oste gegründet wird, angegliedert an die Feuerwehr Gräpel. Ende 2025 gab es vier Mädchen und elf Jungen in der bisher einzigen Kinderfeuerwehr Himmelpforten.
Bei den fünf Jugendfeuerwehren engagieren sich 36 weibliche und 71 männliche Mitglieder. In den Einsatzabteilungen waren im vergangenen Jahr 681 Feuerwehrleute in den 18 Ortsfeuerwehren aktiv. Ende des Jahres gab es 218 Mitglieder in den Alters- und 45 Mitglieder in den Ehrenabteilungen.

Einen Tag der offenen Tür gab es schon in Gräpel - die Gründung der Lüttje Wehr hat der Samtgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig und gern beschlossen. Foto: Hillyer-Funke
Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke, der im September aus seinem Amt scheidet, lobte die gute Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Feuerwehrführung und würdigte die Rolle der Feuerwehren als tragende Säule der Gemeinschaft. „Mein Dank geht insbesondere an alle 18 Ortsfeuerwehren. Eure schnelle, professionelle Hilfe ist und bleibt unverzichtbar“, sagte Falcke.
Aber auch die Politik trägt dazu bei: Für das neu geplante Gerätehaus der Feuerwehr Oldendorf sind seitens der Samtgemeinde für die nächsten Jahre Ausgaben in Höhe von etwa 5 Millionen Euro vorgesehen. Parallel dazu werden Anschaffungen von neuen Einsatzfahrzeugen, Gerätschaften und persönlichen Schutzausrüstungen geleistet - und von der Politik bewilligt.

Geehrt für 60 Jahre Mitgliedschaft: Gemeindebrandmeister Malte Gooßen (von links), Hans Dieter Schuldt, Hinrich Meyer, Hans-Dieter Borchers, Hinrich Spreckels, Erich Fick und der stellvertretende Kreisbrandmeister Thorsten Hellwege. Foto: Braun
Beendet wurde die Versammlung mit Beförderungen und Ehrungen der langjährig Aktiven: 17 wurden für 25 Jahre Einsatz geehrt, 12 für 40 Jahre, 5 für 50 Jahre und 7 für 60 Jahre. Für 70 Jahre Mitgliedschaft wurden Hans-Heinrich Wörmke aus Himmelpforten, Martin Breuer aus Hammah und Heinz Brinkmann aus Oldendorf ausgezeichnet. (sh)
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