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Prothesenhersteller

Ottobock sucht Käufer für einstiges Stammwerk in Thüringen

Des Prothesenherstellers Ottobock will sich vom einstigen Stammsitz in Thüringen zurückziehen. (Archivbild)

Des Prothesenherstellers Ottobock will sich vom einstigen Stammsitz in Thüringen zurückziehen. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Ein Standort mit Geschichte: Ottobock kehrte 1991 zum einstigen Stammsitz in Königsee zurück – jetzt steht das Werk mit 270 Beschäftigten zum Verkauf.

Von dpa Sonntag, 22.02.2026, 04:20 Uhr

Duderstadt/Königsee. Der Prothesenhersteller Ottobock will sich von seiner Rollstuhlsparte am Standort Königsee in Thüringen trennen. Das Unternehmen aus Südniedersachsen sei mit mehreren Interessenten im Gespräch und rechne in den kommenden Monaten mit ersten Unterschriften, sagte Vorstandschef Oliver Jakobi der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es, Standort und Arbeitsplätze zu erhalten. In Königsee arbeiten derzeit gut 270 Beschäftigte.

„Wir haben schon letztes Jahr angefangen, mit möglichen Kandidaten zu sprechen“, sagte Jakobi. Namen der Interessenten nannte er nicht. In welcher Form der Abschluss am Ende erfolgen werde, sei nicht abschließend geklärt. „Aber es kann auch zu einem Komplettverkauf kommen“, sagte Jakobi. Die Arbeitsplätze stünden dabei nicht zur Disposition, fügte er hinzu. 

Ziel sei es, für den Standort „eine gute Zukunft sicherstellen zu können“, sagte Jakobi. Daher habe man sich auch mehr Zeit genommen für die Gespräche. Auf keinen Fall dürfe das Werk verkauft und dann geschlossen werden. Bis spätestens Mitte 2027 solle die Trennung abgeschlossen sein.

Chef wehmütig: Thüringen bis 1948 Firmensitz

Königsee ist für das Unternehmen dabei nicht irgendein Standort: Das Unternehmen hatte hier ab 1920 seinen Sitz, bis es 1948 durch die sowjetische Besatzungsmacht enteignet wurde und nach Duderstadt ins nahe Niedersachsen umzog. Nach dem Ende der DDR kaufte Ottobock 1991 das einstige Firmenanwesen zurück und baute dort später die Rollstuhlsparte auf. Die Trennung falle emotional daher nicht leicht, räumte Jakobi ein: „Auf alle Fälle schwingt da auch ein bisschen Wehmut mit.“

Der Grund für die geplante Trennung? Das Rollstuhlgeschäft passe „nicht mehr so richtig zu unserem sonstigen Geschäft“, sagte Jakobi. „Darum haben wir gesagt, wir fokussieren uns darauf, wo wir richtig stark sind, wo wir Marktführer sind, wo wir auch die Möglichkeit haben, die Märkte weiterzuentwickeln und auch zu beeinflussen. Und geben das auf, wo wir einer von verschiedenen Anbietern sind.“ 

Laut Finanzvorstand Arne Kreitz ist das Rollstuhlgeschäft einer von fünf Bereichen, den das Management seit 2022 loswerden möchte. Drei davon seien inzwischen verkauft oder geschlossen. Noch zum Verkauf stehe neben dem Thüringer Rollstuhlgeschäft ein kleiner Abrechnungsdienstleister in den USA.

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