Politiker fordern ehrliche Bilanz bei Bahn-Großprojekten
Der Abschluss der Generalsanierung verzögerte sich, laut Bahn wegen des Frostes zu Jahresbeginn. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa
Nach der langen Sanierung der Strecke Berlin-Hamburg verlangen Politiker mehr Offenheit bei Problemen. Was sie vom Bahn-Management künftig erwarten.
Berlin/Hamburg. Die Deutsche Bahn muss Probleme bei der Sanierung von Bahnstrecken aus Sicht von Verkehrspolitikern von SPD und CDU künftig offener benennen. „Bei aller Erleichterung über das Ende der Umleitungen dürfen wir die gravierenden Schwachstellen dieses Mammutprojekts nicht verschweigen“, sagte SPD-Expertin Anja Troff-Schaffarzyk zum Abschluss der Streckensanierung Berlin-Hamburg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Bauzeitenpläne und Puffer für kritische Infrastrukturen müssten künftig robuster und krisenfester kalkuliert werden, sagte sie. „Die Bilanz weist Schattenseiten auf, die wir ungeschönt benennen müssen.“
Der verkehrspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Björn Simon (CDU), forderte, das Management der Deutschen Bahn müsse aus den Verzögerungen lernen: „Für die kommenden Korridorsanierungen brauchen wir verlässliche Zeitpläne und eine transparente Kommunikation, die Versprechungen gegenüber den Bürgern einhält.“
Die Bahnstrecke Berlin-Hamburg wird am Sonntag nach rund zehneinhalb Monaten wieder freigegeben. Die Generalsanierung begann im August 2025. Der Abschluss verzögerte sich um rund eineinhalb Monate. Die Bahn begründete die Verspätung mit Frost zu Jahresbeginn.
Während der Generalsanierung mussten Fern- und Güterzüge Umwege fahren. Im Regionalverkehr verkehrten Züge auf Teilstrecken, und Bahnkunden mussten Busse nutzen. Mehr als 200 Busse wurden bereitgestellt.