Extremismus in Niedersachsen

„Größte Gefahr von rechts“: Politisch motivierte Straftaten auf hohem Niveau

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) informiert über politisch motivierte Kriminalität.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) informiert über politisch motivierte Kriminalität. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Behörden registrieren 2025 erneut viele politisch motivierte Straftaten in Niedersachsen. Warum das auch an der Bundestagswahl liegt und wo die größte Gefahr droht.

Von dpa 19.05.2026, 04:00 Uhr

Hannover. Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Niedersachsen bleibt auf hohem Niveau. 2025 wurden 8.309 Taten registriert - 2024 waren es 8.312, wie Innenministerin Daniela Behrens sagte. „Diese Zahlen sind ein eindeutiges Warnsignal an uns alle“, sagte die SPD-Politikerin. „Wir erleben eine zunehmende Verrohung politischer Debatten, eine wachsende Akzeptanz von Radikalisierung – und in Teilen auch von Gewalt – als Mittel der politischen Auseinandersetzung.“ Sie betonte: „Die größte Gefahr für unseren Rechtsstaat und unsere Demokratie kommt weiterhin von rechts.“

Landespolizeipräsident Axel Brockmann sagte, die Zahl rechts motivierter Delikte sei zwar um etwa 7 Prozent auf 3.758 Fälle gesunken. Trotz des Rückgangs sei das Niveau aber hoch, die entsprechenden Fälle machten fast jede zweite politisch motivierte Straftat aus. Die Zahl rechts motivierter Gewaltdelikte stieg von 99 auf 110. Der Anstieg bei den links motivierten Straftaten fiel mit 30 Prozent auf 1.598 deutlich aus. Es ist den Angaben zufolge der höchste Stand seit Beginn der Erfassung 2001.

Begründet wurde die hohe Gesamtfallzahl etwa mit der Bundestagswahl 2025, in deren Zusammenhang 1.644 Straftaten registriert wurden. Damit prägte die Bundestagswahl die Fallzahl noch stärker als die Europawahl ein Jahr zuvor. Damals wurden 1.334 Fälle im Kontext der Wahl erfasst.

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Die Fallzahlen liegen erneut auf hohem Niveau.

Die Fallzahlen liegen erneut auf hohem Niveau. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

A
Arne Karl Peter Wolf
19.05.202613:40 Uhr

Laut INSA-Umfrage vom 16.05.26 würden ca. 29 % der Wahlberechtigten AFD wählen, was per se schon von den "Altparteien" als "rechts" gilt.

Im Umkehrschluss heißt das, ca. 1/3 der rechten Gewalt kommt vom deutschen Volk/den Wahlberechtigten.

ZITAT
“ Sie betonte: „Die größte Gefahr für unseren Rechtsstaat und unsere Demokratie kommt weiterhin von rechts.“
ZITAT ENDE

J
Jochen Gast antwortete am
19.05.202614:49 Uhr

Rechte Gewaltdelikte "nur" 110. Für Linke Gewaltdelikte gar keine Angabe im Artikel. Dann der Zusammenhang von Straftaten mit der Bundestagswahl zwar genannt, aber nicht, wie sie aussehen. Ich denke dass der Großteil der Straftaten auf zerstörte/beschmierte/entfernte Plakate und Wahlwerbung zurück zu führen ist. Was eben die einen mehr, die anderen weniger zur Anzeige bringen.

Leider kann man mit den ganzen (oder eher halben) Infos im Artikel nicht wirklich was anfangen, da sie kein ganzheitliches Bild der Straftaten aufzeigen. Schlechte Artikel helfen in der Regel nur den Falschen!

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