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Prozess

Kreuzfahrt-Albtraum: 42-Jähriger setzt „Mein Schiff“-Kabine in Brand

Der Angeklagte hat eine versuchte schwere Brandstiftung auf einem Kreuzfahrtschiff gestanden.

Der Angeklagte hat eine versuchte schwere Brandstiftung auf einem Kreuzfahrtschiff gestanden. Foto: Bernhard Sprengel/dpa

3000 Menschen an Bord, mitten auf hoher See - und ein betrunkener Tätowierer, dem die Sicherungen durchbrennen. Ein Crew-Mitglied handelte geistesgegenwärtig.

Von dpa Montag, 18.05.2026, 18:25 Uhr

Hamburg. Wegen versuchter schwerer Brandstiftung auf einem Kreuzfahrtschiff hat das Amtsgericht Hamburg einen Angeklagten zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Nach einer Verständigung der Prozessbeteiligten gestand der Tattookünstler den Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Das Gericht habe keinen Zweifel an dem Geständnis, das sich mit dem Ermittlungsergebnis decke, sagte Richter Arno Lehmann.

Demnach hatte der heute 42-Jährige im Sommer 2023 versucht, seine Kabine auf der „Mein Schiff 5“ in Brand zu setzen. Dem Ersten Offizier des Schiffes war es gelungen, die Flammen rechtzeitig zu löschen und damit Schlimmeres zu verhindern. Bei der Tat war der angeklagte Deutsche erheblich betrunken, nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden bei ihm gut 2,4 Promille festgestellt.

Angeklagter hielt Kabinentür von innen zu

Zuvor soll der damals auf dem Schiff tätigte Tätowierer versucht haben, dem leitenden Sicherheitsoffizier mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Doch der konnte dem Schlag ausweichen und wurde nicht verletzt. Diesen Anklagevorwurf stellte das Gericht angesichts des schwerer wiegenden Anklagepunkts der versuchten schweren Brandstiftung ein. 

Nach Angaben des Staatsanwalts war es zu dem Vorfall in der Nacht zum 10. Juli 2023 gekommen, als sich das Kreuzfahrtschiff mit rund 3.000 Menschen an Bord in italienischen Hoheitsgewässern befand. Der Angeklagte habe eine Decke und ein Bettlaken sowie ein Handtuch im Bad seiner Kabine angezündet. Als der Erste Offizier den Brand löschen wollte, habe der Angeklagte versucht, die Kabinentür zuzuhalten. Mit Unterstützung durch einen Security-Mann habe es der Offizier geschafft, die Tür zu öffnen und mit einem Feuerwehrschlauch die Flammen zu löschen.

Verteidigerin: Angeklagter 24 Stunden gefesselt und eingesperrt

Der Tätowierer sei nach der Tat an Händen und Füßen gefesselt und in eine andere Kabine eingesperrt worden, sagte seine Verteidigerin. Erst über 24 Stunden später sei er in Kroatien von Bord gebracht worden.

Die Prozessbeteiligten hatten sich auf einen Strafrahmen von sechs bis acht Monaten Haft auf Bewährung geeinigt. Das Schöffengericht wertete die Tat als minderschweren Fall, weil der Angeklagte stark alkoholisiert war. Mit seinem Geständnis habe er das Verfahren erheblich vereinfacht, weil sonst Zeugen aus dem Ausland unter großem Aufwand hätten gehört werden müssen. Der Angeklagte sei auch nicht vorbestraft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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