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Polizei findet herrenlose Gepäckstücke: Sprengstoff-Alarm am Hauptbahnhof

Screenshot eines Videos vom Hamburger Hauptbahnhof, auf dem mehrere Gepäckstücke zu sehen sind.

Per Video und Lautsprecher wurde nach dem Besitzer dieser Gepäckstücke gefahndet. Foto: Bundespolizeiinspektion Hamburg

Am Freitagmittag sorgten sieben Koffer und Taschen am Hamburger Hauptbahnhof für einen Großeinsatz mit Entschärfungsdienst. Die Polizei warnt vor solchen Aktionen.

Von Redaktion Samstag, 23.05.2026, 17:00 Uhr

Hamburg. Herrenlose Gegenstände und Gepäckstücke haben am Freitag, 22. Mai, gegen 11 Uhr im Hamburger Hauptbahnhof zu einer umfangreichen Einsatzmaßnahme der Bundespolizei geführt. Wie Polizeisprecher Woldemar Lieder mitteilt, habe eine Präsenzstreife der Bundespolizei auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen 7 und 8 insgesamt sieben herrenlose Gegenstände festgestellt: vier große Reisetaschen, einen großen Reisetrolley und zwei große Säcke.

Beamten alarmieren den Entschärfungsdienst

Da diese Sachen nicht einsehbar waren, ließen die Beamten zunächst per Lautsprecher nach dem Besitzer suchen. Dies blieb erfolglos, weshalb die Polizisten dann eine Videosichtung des Bereichs durchgeführt hätten. Der Blick auf den Bildschirm habe ergeben, dass zwei männliche Personen gegen 04:27 Uhr die Gegenstände auf dem Bahnsteig abgestellt und sich dann entfernt hätten. Daraufhin alarmierten die Streifenpolizisten den Entschärfungsdienst von der Bundespolizeidirektion 11. Zeitgleich habe die Bundespolizei die Gleise geräumt und abgesperrt. Es sei laut Polizeibericht eine Gleissperrung der betroffenen Gleise erfolgt.

Mit Eintreffen der Spezialkräfte sei um 11:38 Uhr ein Mann vor Ort erschienen. Er habe angegeben, dass die Gegenstände ihm gehören würden. Er sei in Deutschland zu Besuch und habe die Gepäckstücke dort bis zur Abfahrt seines Zuges nach Schweden abgestellt. Die Polizei habe dann entschieden, die Gegenstände öffnen zu lassen, um sie in Augenschein zu nehmen. Der Mann hatte in den Koffern und Taschen reguläres Reisegepäck sowie Lebensmittel. Nach Durchführung eines ausführlichen Präventionsgesprächs hätten die Beamten den 46-Jährigen aus den bundespolizeilichen Maßnahmen entlassen. Anschließend beendeten sie den Einsatz offiziell um 12:04 Uhr.

Polizeisprecher warnt davor, Gepäck unbeaufsichtig zu lassen

Bundespolizeisprecher Lieder warnt davor, Gepäck einfach stehen zu lassen. Wenn in Zügen oder an Bahnhöfen herrenlose Taschen und Koffer herumstünden, sollten Reisende diese nicht einfach anfassen. „Melden Sie diese immer unverzüglich an das verantwortliche Zugpersonal oder an die Polizei“, erklärt Lieder. Wer ein Gepäckstück in einem Zug oder einem Bahnhof vergessen oder zurückgelassen habe, sollte das Bahnunternehmen oder die örtliche Polizei informieren. „Damit ersparen Sie allen Beteiligten Verspätungen, Ärger und Verunsicherungen“, sagt der Polizeisprecher. Und fügt hinzu: „Und sich selbst eine Menge Geld - denn die Bundespolizei kann diese Einsätze in Rechnung stellen!“ (pm/dh)

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