Schiffbruch bei Gewitter – Seenotretter bergen zwei Segler aus Ostsee
Seenotretter schleppten ein Segelboot Richtung Hafen - da lässt eine Sturmböe das Boot kentern. Foto: --/Die Seenotretter - DGzRS/dpa
Bei Gewitter lässt eine schwere Sturmböe nachts ein Segelboot kentern. Die Besatzung geht über Bord, kann aber gerettet werden. Eigentlich lief der Rettungseinsatz bereits vor dem Schiffbruch.
Langholz. Seenotretter haben zwei Segler aus der Ostsee gerettet, nachdem ihr Boot wegen einer Gewitterböe gekentert ist. Zuvor war eigentlich schon die Bergung des Seglers angelaufen, als sich die Lage durch das Wetter verschärfte.
Zunächst hatte laut Deutscher Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eine Frau am späten Samstagabend von Land aus gesehen, dass sich vor Langholz in der Gemeinde Waabs (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ein Segelboot losgerissen hatte. Es schien demnach führungslos auf der Ostsee zu treiben.
Die DGzRS-Station in Eckernförde wurde demnach informiert. Die Besatzung des Seenotrettungsbootes „Eckernförde“ habe festgestellt, dass das Segelboot sehr wohl besetzt war. Demnach hatte das Ehepaar, das sich an Bord befand, ihr Boot während eines schweren Gewitters ursprünglich an einer Tonne festgemacht. Die Verbindung habe aber nicht gehalten.
Segler kentert während Schleppvorgang
Die Seenotretter begannen damit, das Segelboot nach Eckernförde zu schleppen. Wenig später sei erneut ein starkes Gewitter aufgezogen mit schweren Sturmböen mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Eine derartige Böe habe das Segelboot erfasst und es kentern lassen. Beide Segler seien in die Ostsee gestürzt. Bevor die Schiffbrüchigen in der Dunkelheit abtrieben, wurden sie durch die Seenotretter geborgen. Die „Eckernförde“ brachte beide an Land. Auch der Seenotrettungskreuzer „Berlin“ war samt Tochterboot „Steppke“ im Einsatz.
Die DGzRS hatte nach eigenen Angaben am Wochenende auf Nord- und Ostsee viel zu tun. Zwischen Freitag- und Sonntagmittag fuhren demnach die rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote mehr als 30 Einsätze. Dabei halfen sie den Angaben zufolge insgesamt rund 75 Menschen. Der Schwerpunkt der Einsätze lag demnach in der westlichen Ostsee.