Schon wieder: S-Bahn zwischen Buxtehude und Neugraben fährt nicht
Der nächste S-Bahn-Ausfall im Landkreis Stade. Foto: Feindt
Pendler haben es im Kreis Stade wirklich schwer: Nach technischen Problemen bei der Bahn fährt die S5 am Mittwoch erneut nicht.
Landkreis. „Aktuell fährt keine S5 zwischen Neugraben und Buxtehude“, meldet die S-Bahn auf der Homepage und verrät auch gleich den Grund: Technische Störung an der Strecke.
Der Start Unterelbe (RE5) hält zwischen Neugraben und Buxtehude auf allen Unterwegsbahnhöfen. Zwischen Buxtehude und Stade besteht ein Pendelverkehr.
In Buxtehude gab die letzte Störung erst am Dienstagabend. S-Bahnen und Züge von Start Unterelbe waren betroffen und fuhren zeitweise zwischen Neugraben und Horneburg nicht.
Auch eine Waffenkontrolle fiel der Störung zum Opfer. Die Stader Polizei zieht Bilanz.
Deutschlandweites Bahnchaos in der Nacht auf Mittwoch
Bei der Deutschen Bahn kam es am späten Dienstagabend zu einer deutschlandweiten Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R, die rund zwei Stunden lang den Bahnverkehr weitgehend zum Stillstand brachte. Kurz nach Mitternacht wurde das Problem behoben, ab etwa 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder und der Verkehr lief schrittweise an.
Was wir wissen
- Die Bahn nennt als Ursache für die Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R einen mutmaßlichen Fehler in einer technischen Kernkomponente, der bei planmäßigen Wartungsarbeiten aufgetreten sein soll. GSM-R ist der digitale Zugfunkstandard der Eisenbahnen in Europa. Er dient laut Bahn der sicheren Kommunikation zwischen Lokpersonal, Stellwerken und Leitstellen und ist außerdem wichtig für Systeme wie ETCS.
- Die Deutsche Bahn teilte mit, dass die Ursache der Störung in der Nacht identifiziert und behoben worden sei.
- Eine solche Störung ist durch die hohen Sicherheitsvorkehrungen nach Angaben der Deutschen Bahn im Eisenbahnbetrieb bisher nie vorgekommen.
- Bahn-Chefin Evelyn Palla erklärte, die Lage sei mit Hilfe eines Notfallsystems stabilisiert worden. Laut Bahn gibt es Rückfallebenen. Bevor auf das funktionierende redundante Funksystem umgeschaltet werden konnte, habe zunächst die Ursache eingegrenzt und ein IT-Angriff ausgeschlossen werden müssen.
- Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Deutsche Bahn stehen seit Dienstagabend im Austausch über den Vorfall.
- Am Morgen danach lief der Zugverkehr im Regional‑ und Fernverkehr sowie im S‑Bahn‑Betrieb weitgehend planmäßig, wenn auch mit einzelnen Folgeverspätungen. Am Abend der Störung waren Fern‑, Regional- sowie S‑Bahnen, auch von Mitbewerbern der Deutschen Bahn, und der nächtliche Güterverkehr bundesweit betroffen gewesen.
- Wettbewerber im Güterverkehr berichteten von erheblichen fortbestehenden Einschränkungen: Rund die Hälfte der Güterzüge stehe weiterhin verteilt im Land und an Grenzen still, die Lage sei extrem angespannt.
- In der Nacht waren viele Reisende auf Bahnhöfen gestrandet: Es kam zu langen Warteschlangen vor Informationen, vereinzelt fehlte die Kommunikation über Abfahrten. Taxi‑ und Hotelgutscheine wurden ausgegeben, allerdings waren nicht überall Unterkünfte verfügbar.
- Unter anderen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), NRW‑Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sowie der Verband der privaten Güterbahnen forderten eine vollständige Aufklärung des Vorfalls.
- Politiker wie Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Verbände wie Pro Bahn kritisierten die veralteten Systeme und forderten Modernisierungen sowie mehr Resilienz, insbesondere beim Zugfunk.
- Der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Bundestag, Armand Zorn, forderte, es müsse schnell und umfassend gehandelt werden, wenn eine technische Störung den Bahnverkehr in großen Teilen Deutschlands beeinträchtigen könne.
Was wir nicht wissen
- Unklar ist, wie genau der Austausch der technischen Komponente im GSM-R-System zu der erheblichen Störung führte. Die Bahn untersucht dies nach eigenen Angaben „mit höchster Priorität“.
- Offen bleibt bislang, ob es sich um Probleme mit Hardware-Komponenten oder ein mögliches Problem mit einem Serverupdate gehandelt hat.
- Noch unklar ist, weshalb ein einzelnes System einen bundesweiten Komplettausfall verursachen konnte.
- Nicht geklärt ist, weshalb Reisende an mehreren Bahnhöfen unzureichend informiert wurden und welche Kommunikationsketten versagt haben.
- Offen ist bisher, wie viele Bahnreisende bundesweit in der Nacht betroffen waren.
- Im Güterverkehr ist unklar, wie lange die Auswirkungen tatsächlich anhalten werden. Im Raum steht, dass der Logistikstau mehrere Tage anhalten könnte.
- Keine Angaben liegen bisher zu den möglichen Kosten der Störung für die Bahn vor. (fe/tip/dpa)
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