Zähl Pixel
Konflikt in Nahost

Trotz Haftbefehl: Netanjahu reist zu Orban nach Ungarn

Viktor Orban und Benjamin Netanjahu. (Archivbild)

Viktor Orban und Benjamin Netanjahu. (Archivbild) Foto: Debbie Hill/Pool UPI/AP/dpa

Es ist die erste Reise Netanjahus nach Europa, seit der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) im vergangenen November einen Haftbefehl gegen ihn verhängt hatte.

Von dpa Sonntag, 30.03.2025, 15:15 Uhr

Jerusalem. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist am Mittwoch nach Ungarn. Er werde dort unter anderem seinen Amtskollegen Viktor Orban treffen, teilte das Büro des Regierungschefs mit. Es ist die erste Reise Netanjahus nach Europa, seit der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) im vergangenen November wegen des Vorgehens im Gaza-Krieg einen Haftbefehl gegen ihn verhängt hat. Die Rückreise ist am Sonntag vorgesehen. 

Orban hatte die Einladung an Netanjahu demonstrativ nach Erlass des Haftbefehls ausgesprochen. Die Entscheidung des IStGH setze das Völkerrecht außer Kraft und „gießt auch noch Öl ins Feuer“, sagte Orban damals. „Deshalb werde ich Benjamin Netanjahu heute noch einladen, was für ihn keine Konsequenzen haben wird. Wir werden den Haftbefehl ablehnen, wenn er die Einladung annimmt.“ 

Orban pflegt seit langem gute Beziehungen zu Netanjahu. Israels Regierungschef dankte ihm für seine Unterstützung, wie Netanjahus Büro damals mitteilte. Ungarn stehe auf der Seite der Gerechtigkeit. 

Ungarn hat das Rom-Statut als Grundlage des Strafgerichtshofs ratifiziert und wäre damit eigentlich verpflichtet, seine Haftbefehle zu vollstrecken.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Das ist von Trumps Besuch in Davos zu erwarten

Vor dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos hat Donald Trump die Europäer - traditionell enge Verbündete der USA - einmal mehr vor den Kopf gestoßen. Jetzt reist der US-Präsident in die Schweiz.

Der Trend geht zu alkoholfrei

Der Umgang mit Alkohol verändert sich in Deutschland. Viele verzichten einer Umfrage zufolge inzwischen ganz oder teilweise darauf, vor allem Jüngere.

Betonplatten-Prozess vor dem Ende

Zwei Männer sollen massive Gegenstände von Autobahnbrücken geworfen haben. Danach waren sie als Retter zur Stelle. Ihnen drohen hohe Haftstrafen.