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Lebensmittelpreise

Warum sinken die Preise für Orangensaft?

Orangensaft ist in den vergangenen Jahren teurer geworden.

Orangensaft ist in den vergangenen Jahren teurer geworden. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Kunden können sich freuen: Orangensaft ist wieder etwas günstiger geworden. In den letzten Jahren waren die Preise stark gestiegen. Der Saft ist aber längst nicht mehr so gefragt, wie er mal war.

Von dpa Freitag, 12.12.2025, 04:05 Uhr

Bonn. Nach den deutlichen Preissteigerungen der vergangenen Jahre geben die Preise für Orangensaft bei Discountern und in Supermärkten wieder etwas nach. Grund seien bessere Ertragsprognosen in Brasilien, sagt Marktanalystin Eva Würtenberger von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft.

Die brasilianische Orangenernte 2025/26 fällt laut aktueller Schätzung demnach knapp 28 Prozent stärker aus als die Menge, die im Vorjahreszeitraum geerntet wurde. Die Vorsaison war wegen Dürre und Hitze besonders schlecht verlaufen. Brasilien ist der weltweit größte Produzent von Orangensaft und der wichtigste Lieferant für die EU.

Die großen Handelsketten haben die Preise kürzlich gesenkt. Das frühere Niveau ist jedoch noch nicht erreicht. Verbraucher mussten in den vergangenen Jahren für Orangensaft oder ähnliche Fruchtsäfte immer tiefer in die Tasche greifen. Laut Statistischem Bundesamt zahlten sie im Sommer dieses Jahres rund 79 Prozent mehr als 2020. 

Im Jahr 2000 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 9,5 Litern

Auch wegen der gestiegenen Preise ist hierzulande zuletzt weniger Orangensaft getrunken worden. 2024 lag der Pro-Kopf-Verbrauch nach Angaben des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie bei 4,2 Litern, im Jahr zuvor waren es noch 6,8 gewesen. Der Konsum sinkt seit Jahren: 2000 tranken die Menschen im Schnitt noch 9,5 Liter Orangensaft pro Person. 

Auch bei anderen Säften greifen die Verbraucher immer seltener zu. Der Pro-Kopf-Verbrauch bei Apfelsaft sank zwischen 2000 und 2024 von 12,2 auf 5 Liter. Der Rückgang bei beiden Sorten hängt laut Branchenangaben vor allem damit zusammen, dass jüngere Menschen heute insgesamt weniger Säfte und Schorlen trinken.

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