07.05.2019, 08:00
Stader Feuerwehr rettet Verletzten von „Aida Luna“

STADE. Einsatzkräfte von Feuerwehr und Deutscher Lebensrettungsgesellschaft haben am Montagabend auf der Elbe einen Patienten vom Kreuzfahrtschiff „Aida Luna“ gerettet. Der Mann musste im Krankenhaus behandelt werden.

Um 19.10 Uhr gab die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle den Alarm. Da befand sich das Kreuzfahrtschiff „Aida Luna“ – 250 Meter lang, 32 Meter breit, sieben Meter tief und 315 Millionen Euro teuer – gerade auf der Elbe in Höhe des Anlegers Finkenwerder. Ein Patient war eine Treppe heruntergefallen. Von dem Sturz hatte er erhebliche Verletzungen davongetragen, die nicht im Schiffshospital behandelt werden konnten und deshalb einen Krankenhausaufenthalt an Land erforderten.

In Stadersand rückten das neue Hilfsleistungslöschboot „Henry Köpcke“ der Stader Feuerwehr und das Motorrettungsboot „Kiek ut“ der Stader Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft aus. Die Ehrenamtlichen nahmen die Notfallsanitäter des Deutschen Roten Kreuzes von der Rettungswache in Drochtersen und einen Notarzt des Stader Elbe Klinikums an Bord. Bei laufender Fahrt auf der Elbe in Höhe der Insel Lühesand holten sie den Patienten vom Kreuzfahrtschiff. Sie hievten ihn auf das im vergangenen Jahr nach monatelangem Innenausbau durch die Ehrenamtlichen feierlich in Dienst gestellte Feuerwehrboot, das extra für solche Einsätze mit einer speziellen Trage ausgestattet ist.

Am Anleger in Stadersand: Das Feuerwehrboot „Henry Köpcke“ und das Kreuzfahrtschiff „Aida Luna“. Foto Beneke

Dabei legte die Aida weiter rund sechs Knoten zurück (elf Stundenkilometer). Das Schiff könne im Hauptfahrwasser nicht ohne Weiteres stoppen. Es drohe dann manövrierunfähig zu werden, erklärte der stellvertretende Zugführer vom Zug I der Stader Feuerwehr, Stephan Hundsdörfer. Am Anleger in Stadersand übergaben die Feuerwehrleute den Mann, der den Transport gefasst überstand, an den Rettungsdienst. Er kam im Rettungswagen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Etliche Schaulustige verfolgten das Spektakel vom Deich aus. Nach rund einer Stunde war der Einsatz für die Ehrenamtlichen beendet.

Die „Aida Luna“, seit 2009 auf den Weltmeeren unterwegs, fährt unter italienischer Flagge und wird betrieben durch das Unternehmen Costa Crociere mit Sitz in Genua. Sie bietet auf 13 Decks Platz für mehr als 1000 Passagiere. Hinzu kommen 600 Besatzungsmitglieder.

Das Hilfsleistungslöschboot „Henry Köpcke“

Das neue Hilfsleistungslöschboot ist benannt nach dem Stader Feuerwehrmann Henry Köpcke. Das heutige Mitglied der Altersabteilung – seine Kinder und Enkel sind auch Feuerwehrmitglieder – habe entscheidend dazu beigetragen, dass die Stader Feuerwehr eine Bootsgruppe ins Leben rief und sich damit seither auch in der Wasserrettung auf den Flüssen Schwinge und Elbe engagiert. Die Ausstattung ist umfangreich. Die Suchscheinwerfer sind elektronisch schwenkbar, es gibt spezielle Scheinwerfer für die Ferne und den Nahbereich. Das Boot verfügt über neueste Navigations- und Funktechnik. Für die Schiffsbrandbekämpfung steckt eine Tragkraftspritze unter Deck, vorne und hinten sind Wasserwerfer angebracht.

Die zwei Sechs-Zylinder-Diesel-Motoren leisten jeweils 350 PS. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt in etwa 40 Knoten (70 Stundenkilometer). Das größte Rettungsboot in der Region ist mit Radar- und Sonargeräten ausgestattet. Die Wärmebildkamera kann einen Radius von drei Kilometern erfassen. Digital- und Seefunkgeräte sind gleich mehrfach verbaut, um auf eine Rückfallebene bei technischen Problemen zurückgreifen zu können. Um Verletzte auch liegend auf einer Trage an Bord zu hieven, wurde ein Fenster eingebaut. Das Boot ist mit einem Kran ausgestattet. Der Innenraum gleicht dem eines Rettungswagens. Hier befindet sich ein seefest verzurrter Tragetisch, wo Notarzt und Notfallsanitäter bei Bedarf einen Patienten versorgen können. Der Einsatz am Montagabend war der erste dieser Art für das neue Stader Feuerwehrboot.

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