TMehr als 600 neue Corona-Fälle im Kreis Stade – Omikron-Impfung ab Herbst
Die Corona-Variante BA.5 bringt zunehmende Patientenfälle mit hohem Isolierungsbedarf mit sich. Das führt auch zu Krankheitsausfällen beim Klinikpersonal und auch die Hausärzte leiden darunter, denn auch die dortigen Mitarbeiter bleiben nicht verschont. Foto: Pixabay
Die Inzidenz im Landkreis steigt durch die Nachmeldungen vom Wochenende erneut über 1000, in den Elbe Kliniken werden mehr Covid-19-Patienten behandelt. Gesundheitsministerin Daniela Behrens erwartet derweil in Niedersachsen eine erneute Impfkampagne - mit einem Omikron-Vakzin.
(Letztes Update am 12. Juli 2022 um 12.55 Uhr: Patientenzahlen in den Elbe Kliniken aktualisiert.)
Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Stade am Dienstag mit 1035,3 an (Stand: 12. Juli, 3.06 Uhr). Niedersachsenweit liegt der Landkreis damit auf Platz 10. Am Sonntag und Montag hatte der Landkreis keine neuen Zahlen vermeldet. Vor einer Woche betrug der Inzidenzwert 1255,9.
653 neue Corona-Infektionen meldete das Kreisgesundheitsamt, insgesamt haben sich im Kreis Stade seit Beginn der Pandemie nachweislich 68.713 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 Verstorbenen liegt unverändert bei 213.
24 Covid-19-Patienten in den Elbe Kliniken
In den Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude werden am Dienstag 25 Covid-19-Patienten behandelt (-1 gegenüber der Vormeldung), zwei von ihnen auf der Intensivstation (+1 im Vergleich zur Vormeldung (Stand 12. Juli/Quelle: FRL Stade/IVENA). Am Montag war die Zahl der behandelten Corona-Kranken von 21 um fünf auf 26 gestiegen.
Inzidenzwerte in den Nachbarkreisen
- Cuxhaven: 905,3
- Harburg: 1025,7
- Rotenburg: 892,5
Stand: RKI, 12. Juli 2022
Niedersachsen verzeichnet mehr Klinikpatienten
Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen hat sich im Vergleich zur Vorwoche leicht abgeschwächt, allerdings wurden mehr Covid-19-Patienten in Kliniken aufgenommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag bei 919,6 - nach 966,7 am Dienstag vor einer Woche, wie aus RKI-Daten hervorgeht. Niedersachsen verzeichnet damit eine höhere Sieben-Tage-Inzidenz als Deutschland. Der bundesweite Wert wurde am Dienstag mit 702,4 angegeben.
Als maßgebliche Zahl zur Bewertung der Corona-Lage in Niedersachsen gilt die Hospitalisierungsinzidenz. Die Landesregierung gab diesen Wert am Dienstag mit 11,2 an, vor einer Woche hatte er bei 10,7 gelegen. Die Zahl beschreibt, wie viele Patientinnen und Patienten binnen einer Woche neu mit einer Corona-Infektion in Krankenhäusern aufgenommen wurden. Landesweit waren am Dienstag 3,9 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Kranken belegt, nach 3,4 Prozent vor einer Woche. Insgesamt wurden landesweit 19.969 bestätigte Neuinfektionen gemeldet, 14 weitere Menschen starben mit oder an Covid-19.
Behrens erwartet Omikron-Impfstoff
Wer sich vor Corona schützen will, muss sich laut Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens auf eine weitere Impfung einstellen. "Bund und Länder sind sich einig, dass zu Beginn des Herbstes mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Auffrischungs-Impfkampagne für alle Bürgerinnen und Bürger ansteht", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Der Bund werde dafür einen auf die Omikron-Varianten des Virus angepassten Impfstoff zur Verfügung stellen.
Menschen über 70 Jahre sowie mit einer Immunschwäche sollten jedoch ebenso wie Pflegekräfte und Pflegebedürftige keinesfalls abwarten, sondern "unbedingt den Sommer nutzen, um ihre Impfung jetzt schon ein zweites Mal auffrischen zu lassen", mahnte die Ministerin. Das entspreche den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko).
Gefragt nach den Impfdurchbrüchen - also Infektionen trotz erfolgter Impfung - erklärte das Gesundheitsministerium, dass eine statistische Erhebung dieser Fälle anders als früher mittlerweile wenig sinnvoll erscheine, da die Impfung weniger Schutz vor Omikron biete als noch vor der Delta-Variante. Insofern sei zu erwarten, dass die Impfdurchbrüche zugenommen hätten. Allerdings schützten die Impfungen nach wie vor sehr gut vor einem schweren Krankheitsverlauf. Sie seien "weiterhin mit Abstand das effektivste Mittel bei der Bekämpfung der Pandemie", betonte Ministerin Behrens. Die Impfquote in Niedersachsen stagniert seit mehreren Wochen. Bisher gelten Daten des Robert Koch-Instituts zufolge knapp 78 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft. (sas/dpa)