Neue Klinikdaten: Zunehmende Belastungen durch Omikron-Welle auf Normalstationen
Pfleger zieht sich beim Verlassen der Intensivstation für Corona-Patienten seinen Schutzkittel aus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Die Zahl der corona-positiv getesteten Patienten in deutschen Krankenhäusern hat sich binnen einer Woche um 20 Prozent erhöht. Das neue Monitoring soll mehr Transparenz in der Corona-Krise gewähren.
In den Kliniken nehmen in der laufenden Omikron-Welle Belastungen vor allem auf Normalstationen zu. Insgesamt waren mit Stand vom Mittwoch bundesweit 17.940 corona-positiv getestete Patienten im Krankenhaus, wie eine neue Übersicht der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigt. Davon waren demnach 15.542 Patienten auf Normalstationen und damit 21,5 Prozent mehr als vor einer Woche. Auf Intensivstationen waren 2398 corona-positiv getestete Patienten – 3,8 Prozent mehr als vor einer Woche.
In den Daten wird nicht unterschieden, ob Patienten wegen einer Covid-Infektion kommen oder die festgestellte Infektion nicht ursächlich für die Behandlung ist, wie es zur Erläuterung hieß. Die Übersicht auch nach Ländern soll nun werktäglich aktualisiert werden.
Bundesweit 17.940 corona-positiv getestete Patienten im Krankenhaus
DKG-Chef Gerald Gaß sagte, mit der Omikron-Welle würden Daten von den Normalstationen immer wichtiger. „Mit den extrem hohen Infektionszahlen hat die Inzidenz stark an Aussagekraft verloren, und auch die Situation auf den Intensivstationen ist derzeit weniger angespannt als in den vergangenen Wellen.“
Die neue Datenveröffentlichung solle dazu beitragen, die Pandemielage transparenter zu machen, erklärte die DKG. Generell sei die Datenlage in Deutschland auch nach zwei Jahren Pandemie sehr unbefriedigend. Krankenhäuser erhöben genaueste Daten über ihre Corona-Patientinnen und -Patienten. Leider würden die Daten aber nicht so aufbereitet und publiziert, dass sie bei der Einschätzung und Bewältigung der Pandemie gut helfen könnten.
Kritik: Corona-Datenlage in Deutschland weiterhin sehr unbefriedigend
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte es, dass es endlich ein Corona-Monitoring für alle Krankenhäuser gebe. Aktuell seien 3,34 Prozent der Patienten mit dem Virus infiziert, sagte Vorstand Eugen Brysch. Es scheine, dass die Omikron-Welle über Schleswig-Holstein hinweg gerollt sei. Denn dieses Bundesland weise in der Übersicht als einziges eine abnehmende Belegungsinzidenz auf. Diese Fakten zeigen, dass die Krankenhäuser momentan nicht überlastet seien, sagte Brysch.
Im Landkreis Stade wurden mit Stand vom Donnerstag 19 Corona-Patienten in den Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude stationär behandelt, vier von ihnen auf der Intensivstation. Vor einer Woche waren es zehn Covid-19-Erkrankte, darunter ein Intensivpatient (Quelle: IVENA). (dpa)