Brandserie in Zeven: Drei Brandstiftungen an einem Wochenende?
Wohnmobile sind in Zeven in Brand geraten. Foto: Feuerwehr
Drei Wohnmobile, ein Carport mit zehn Autos und ein E-Porsche: Am Wochenende kam es zu drei großen Bränden in Zeven. Die Brandorte liegen weniger als einen Kilometer auseinander. Die Polizei ermittelt.
Zeven. Nach drei Bränden in Zeven hat die Polizei Rotenburg laut Sprecher Marvin Teschke eine besondere Organisationsstruktur für umfangreich erforderliche Einsatz- und Ermittlungsmaßnahmen eingerichtet. Was ist geschehen?
In der Nacht von Freitag auf Samstag (2. auf 3. Oktober) geriet gegen 3.25 Uhr ein hochwertiger Porsche (E-Fahrzeug) aus bislang ungeklärter Ursache in Brand. „Das Fahrzeug war auf einem Parkplatz im Kastanienweg im Bereich der B 71 abgestellt und brannte trotz der intensiven Löscharbeiten durch die Feuerwehr vollständig aus“, berichtet Teschke. Es wurden keine Menschen verletzt, die Polizei schätzt den Schaden auf rund 150.000 Euro.
In der darauffolgenden Nacht von Samstag auf Sonntag (3. auf 4. Oktober) kam es gegen 1.43 Uhr zu einem Großbrand im Kastanienweg, in einem Wohnbereich, der unter anderem aus Reihenhausanlagen und Einfamilienwohnhäusern besteht.
Zwei Personen müssen sich mit Sprung aus brennendem Haus retten
„Unter einem Carport vor einer Reihenhausanlage gerieten zehn Autos in einen Vollbrand“, sagt Teschke. Ein weiteres vor dem Carport abgestelltes Fahrzeug geriet ebenfalls in Brand. Im weiteren Verlauf breiteten sich die Flammen auf zwei angrenzende Reihenhäuser der Carportanlage aus. Sie wurden durch die Flammen stark beschädigt.
„Eine 62-jährige Bewohnerin und ein 60-jähriger Mann mussten sich durch einen Sprung aus einem der beiden betroffenen Reihenhäuser ins Freie retten“, so der Polizeisprecher. Beide erlitten schwere Verletzungen und kamen zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus. Ein Feuerwehrangehöriger wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt.
Die zwei unmittelbar betroffenen Reihenhäuser sind teilweise auf längere Zeit unbewohnbar, die Samtgemeinde Zeven organisiert die Unterbringung der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf rund 750.000 Euro. Der Brandort wurde für die weiteren Ermittlungen beschlagnahmt.
Mehrere Wohnmobile in Brand - Schaden durch die Brände geht in die Millionenhöhe
In der Nacht zum Montag (5. Oktober) kam es dann auf dem Gelände eines Wohnmobilhändlers zu einem Brand. Nach Angaben der Feuerwehr wurden die Rettungskräfte zu dem Brand eines Fahrzeuges auf dem Gelände in Zeven gerufen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte habe das Wohnmobil bereits in Vollbrand gestanden und das Feuer auf zwei weitere Fahrzeuge übergegriffen.
„Das Feuer griff auf ein angrenzendes Einfamilienhaus über und beschädigte den Dachstuhl“, berichtet Marvin Teschke. Die 89-jährige Bewohnerin konnte durch einen Angehörigen rechtzeitig evakuiert werden und blieb unverletzt. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 650.000 Euro. Die Löscharbeiten dauerten bis etwa 3.15 Uhr. Für die Einsatzmaßnahmen musste die B 71 (Kivinanstraße) vorübergehend voll gesperrt werden.
Brandorte liegen nur wenige Hundert Meter auseinander
„Der Brandort in der Kivinanstraße ist lediglich rund 700 Meter vom brandbetroffenen Wohngebiet aus der Nacht zuvor entfernt gelegen, zu allen drei Brandereignissen laufen die polizeilichen Ermittlungen auf Hochtouren“, sagt Teschke.
Eine vorsätzliche Brandstiftung könne derzeit in keinem der Fälle ausgeschlossen werden. Im Rahmen der Ermittlungen werde auch geprüft, ob zwischen den drei Bränden und vergangenen Brandgeschehnissen in Zeven ein Zusammenhang besteht.
„Für die Polizei ist selbstverständlich nachvollziehbar, dass die Sorge in der Bevölkerung vor weiteren schadensträchtigen Brandereignissen sehr groß ist“, so Teschke. Aus diesem Grund werden alle Menschen, die tatrelevante Hinweise geben können oder andere Anliegen zum Ausdruck bringen möchten, gebeten, die Polizei Zeven unter der Rufnummer 04281/9592-117 zu kontaktieren. „Es wird gewährleistet, dass alle Anruferinnen und Anrufer sehr zeitnah einen Rückruf beziehungsweise ein persönliches Gespräch erhalten.“
Maishäcksler brennt aus
Auch im Kreis Cuxhaven musste die Feuerwehr in der Nacht zu Montag ausrücken.
Bei Erntearbeiten in der Wingst geriet an der Straße Genhöfen gegen 0.25 Uhr ein Maishäcksler in Brand. Das teilt der Cuxhavener Polizeisprecher Stephan Hertz mit. Personen wurden demnach nicht verletzt. Der Maishäcksler brannte jedoch vollständig aus und wurde von der Feuerwehr gelöscht. „Der entstandene Schaden dürfte im sechsstelligen Eurobereich liegen“, so Hertz. (dpa/set/tom)
Dieser Artikel wurde um 15 Uhr mit Informationen zu den Ermittlungen aktualisiert.
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