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Blaulicht

Massenschlägerei an BBS in Stade – Schwerverletzte blutüberströmt

Der Streit soll bei einem Fußballtraining in der Sporthalle des Schulkomplexes an der Glückstädter Straße in Stade entbrannt sein. (Archivbild)

Der Streit soll bei einem Fußballtraining in der Sporthalle des Schulkomplexes an der Glückstädter Straße in Stade entbrannt sein. (Archivbild) Foto: Landkreis Stade/Daniel Beneke

Bis zu 50 Männer sollen am Freitagabend aufeinander losgegangen sein. Polizei und Rettungskräfte sind im Großeinsatz. Der Auslöser scheint nichtig, die Folgen gravierend.

Von Redaktion 11.10.2026, 12:25 Uhr
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Stade. Dieses Blaulicht-Aufgebot blieb am Freitagabend nicht lange verborgen. Im Internet berichteten Augenzeugen von Rettungswagen, die im Akkord über die A26 in Richtung Stade fuhren und sich auf dem Parkplatz der Berufsbildende Schulen an der Glückstädter Straße sammelten.

Am Sonnabendmorgen folgte die Auflösung der Polizei: An der BBS 3 hat es eine Massenauseinandersetzung mit Schwerverletzten gegeben, informierte Stades Polizeisprecher Daniel Kraus. Um kurz vor 22 Uhr seien mehrere Notrufe eingegangen. Zwischen 40 und 50 Personen seien in zwei Gruppen aneinandergeraten. Es sollen Messer und Schlagstöcke zum Einsatz gekommen sein, so Augenzeugen.

Es habe auch Meldungen über Schussgeräusche gegeben. Auch von Fahrzeugen auf der Flucht sei berichtet worden, sagte Kraus.

Verletzte in Stade sind „blutüberströmt“

Die Polizei löste einen Großeinsatz aus, der vielen nicht verborgen blieb. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 16 Streifenwagen aus Stade und den umliegenden Landkreisen alarmiert. Dazu kam ein Mannschaftstrupp von 30 Polizisten der Bereitschaftspolizei aus Lüneburg. Die Polizeikräfte hatten sich laut Kraus „robust aufgerüstet“.

Vor dem Schulkomplex seien mehreren Menschen angetroffen worden. „Einige von ihnen hatten blutüberströmte Bekleidung“, so Kraus. Ein weiteres Auto habe den BBS-Parkplatz verlassen wollen, es sei von der Polizei gestoppt worden. „Die Personen darin deuteten auf weitere Verletzte hinter der Sporthalle“, berichtete Kraus. In der Tat: Dort seien weitere, stark blutende Verletzte gestellt worden.

Mindestens sechs zum Teil schwer Verletzte

Die Rettungsleitstelle löste einen „MANV“-Fall („Massenanfall an Verletzten“) aus. Es wurden sechs Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst alarmiert.

Kraus: „Im gesicherten Bereich konnten die Verletzten behandelt werden und anschließend in umliegende Krankenhäuser transportiert werden.“ Mindestens sechs Männer seien nach ersten Erkenntnissen zum Teil schwer verletzt worden.

Polizeikräfte sicherten auch die Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude ab. (Archivbild)

Polizeikräfte sicherten auch die Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude ab. (Archivbild) Foto: Battmer/Archiv

Zudem suchten noch am Abend weitere beteiligte Männer laut Polizei auch selbstständig die Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude auf und begaben sich in Behandlung. „Um hier jegliche Auseinandersetzungen zu verhindern, wurden mehrere Streifenwagen an den Krankenhäusern postiert“, sagte der Polizeisprecher.

Suche nach Waffen und versteckten Personen

Die Polizei habe am Abend zudem Schulgebäude und Sporthalle nach weiteren Verletzten und möglichen Tatbeteiligten, die sich verstecken könnten, abgesucht. Dabei sei niemand mehr gefunden worden.

Ebenfalls erfolglos blieb die Suche nach Tatwaffen. „Bei der Absuche wurden lediglich Schlaggegenstände gefunden“, bilanzierte Kraus: Messer oder andere Waffen waren nicht darunter. Auch Patronenhülsen einer Schusswaffe seien nicht gefunden worden.

Pfefferspray beim Fußball löst Tumult aus

Und warum das Ganze? Hier blieb die Polizei den Angaben zufolge nicht ratlos zurück - allerdings hätte der Anlass offenbar nicht nichtiger sein können. „Als Ursache konnte ein vorheriger Streit in der Sporthalle ermittelt werden“, so Kraus. Es habe zwischen den Gruppen in der Halle zuvor ein Wortgefecht im Streit gegeben. Daraufhin habe ein Mann Pfefferspray versprüht. „Anschließend verlagerte sich die Situation nach draußen und führte zu den körperlichen Angriffen“, berichtete die Polizei.

Bei allen bislang ermittelten Tatbeteiligten handele es sich um Männer im Alter zwischen 20 und 36 Jahren. Allesamt stammten direkt aus Stade. Die Ermittlungen dauerten an. (pm/tip)

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T
Thomas Ziehm
11.10.202611:24 Uhr

Wie immer, ein super Kommentar, Herr Kania!
Es war schlimm,was vor 90/80 Jahren passiert ist aber wie immer, gehen Sie egal welches Thema, mit Scheuklappen durch die Welt. Man liest es ja immer wieder, in Ihren Kommentaren, einfach "Weltfremd". Weiter so!

H
Heiko Kania antwortete am
11.10.202614:32 Uhr

Ich gebe mir Mühe.

T
Thomas Ziehm
10.10.202614:45 Uhr

Herr Neumaier, jetzt können Sie wenigstens mitreden.

B
Burchard Neumaier antwortete am
10.10.202615:38 Uhr

Also, das konnte ich auch schon vorher!
Damit sie aber über RECHTS und LINKS mitreden können kurz erklärt: Die Begriffe stammen urspründlich aus der Zeit nach 1789, also der französischen Revolution: In der Pariser Nationalversammlung gab es im Wesentlichen zwei Lager: Das eine saß links im Parlament, das andere rechts. Links kämpfte man für eine Republik, in der alle Bürger gleiches Recht habe und mitbestimmen können. Rechts dagegen wollte den französischen König und seine Regierung stützen. Statt gleiches Recht für alle wollten sie weiterhin die Klassengesellschaft. Diese Sitzordnung hat sich dann immer wieder im Laufe der Zeit in Parlamenten durchgesetzt.

T
Thomas Ziehm
10.10.202614:44 Uhr

Der Begriff „Rechts“ (oder das rechte politische Spektrum) bezeichnet in der Politik eine Grundhaltung, die für gesellschaftliche Traditionen, Privateigentum, wirtschaftliche Freiheit und eine starke nationale Identität eintritt. Das Gegenstück dazu ist „Links“.

T
Thomas Ziehm
10.10.202614:42 Uhr

Der Begriff „Nazi“ ist eine Kurzform für Nationalsozialist und bezeichnet historisch Mitglieder oder Unterstützer der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) sowie Anhänger ihrer Ideologie.

Kernmerkmale der NS-Ideologie

• Totalitäre Herrschaft: Eine Diktatur ohne demokratische Rechte oder Gewaltenteilung.
• Rassismus und Antisemitismus: Eine menschenverachtende Einteilung der Menschheit in sogenannte „Rassen“, wobei Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen und andere Gruppen systematisch verfolgt und ermordet wurden.
• Extremer Nationalismus und Führerprinzip: Die Unterordnung des Einzelnen unter den Willen eines „Führers“ (Adolf Hitler) sowie das Streben nach Expansion und Krieg („Lebensraum“).

Verwendung heute

• Historischer Bezug: Der Begriff beschreibt das Regime des Nationalsozialismus in Deutschland von 1933 bis 1945 und dessen Verbrechen (wie den Holocaust).
• Neonazismus: Personen und Gruppen, die diese Ideologie nach 1945 weiterführen, werden als Ne

H
Heiko Kania antwortete am
11.10.202617:35 Uhr

@TZ: Die "Nazis", wie Sie sie beschreiben, sind nicht vom Himmel gefallen. Als sie am 08./09.11.2023 in München putschten, waren sie fast chanchenlos. Als Hitler zum 30.01.1933 Reichskanzler wurde, hatte diese Partei, wie in SA, keine absolute Mehrheit. Es bedurfte der Unterstützung anderer Parteien, die "Macht" zu übernehmen. Eine rechtsextreme Partei wird durch demokratische Wahlen nicht demokratisch. Sie bleibt rechtsextrem. Jedoch: Wenn sich Konservative mit Völkischen zusammentun, werden die Konservativen untergehen. - "Geschichte wiederholt sich nicht" (oder doch?).

S
Stefan Klein
10.10.202614:38 Uhr

Ich weiß nicht, was da in Stade schief gelaufen ist, aber bis vor etwa 25 Jahren gab es solche Meldungen noch nicht. Jedenfalls nicht in der Regelmäßigkeit wie heute. Wo wurden da die Weichen in der Stadtentwicklung falsch gestellt? Vielleicht wäre das eine Frage, der das Tageblatt einmal nachgehen könnte. Inzwischen muss man ja davon ausgehen, dass das früher so beschauliche Stade bald auf einer Stufe stehen wird mit Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh.

H
Heiko Kania antwortete am
10.10.202618:58 Uhr

Herr Klein, ich weiß nicht wie alt Sie sind und was Sie so zum 8. Mai 2001 erinnern: Jüdische Familien in Stade und Buxtehude klagen über Telefonterror mit antisemitischen Inhalt. Aussprüche wie »Hau ab nach Auschwitz«, »Deine Freundin nach links und Du nach rechts« oder »Scheiß Jude« hat sich ein Betroffener anhören müssen. Einer der Betroffenen hat Strafanzeige erstattet. Ermittelt wird wegen Volksverhetzung und Beleidigung mit rassistischem Hintergrund. Der Vorgang wurde der Staatsanwaltschaft übergeben.

H
Helmut Wiegers antwortete am
10.10.202617:50 Uhr

Herr Klein, Sie fragen was in Stade schief gelaufen ist. Vielleicht sollten Sie den Bericht noch einmal lesen und darauf achten, worüber nicht berichtet wurde. Vielleicht beantwortet sich damit die Frage.

H
Heiko Kania antwortete am
10.10.202617:05 Uhr

Sie irren, Herr Klein. Bei der Hohentorsbrücke am Bahnhof kam es im Jahr 1935 zu einem fürchterlichen Schauspiel. Der Pastor der Wilhadi-Kirche, Johann Gerhard Behrens (hatte die Nazis in den 30er Jahren öffentlich als „Gesandten des Teufels“ bezeichnet) wurde dort von SS-Männern aufgegriffen, verprügelt und gefesselt. Begleitet von einer SA-Kapelle, die nationalsozialistische Marschmusik spielte, wurde der Pastor mit einem Schild um den Hals („Ich bin ein Judenknecht“) durch Stade getrieben. Viele Stader Bürger wurden damals Zeugen dieses Tribunals und schändeten den Geistlichen aktiv durch Beschimpfungen und Wurfgeschosse.

T
Thomas Ziehm antwortete am
10.10.202614:49 Uhr

Ich kann mich nicht daran erinnern, daß in Berlin - Neukölln oder Duisburg - Marxloh, 6 Menschen in wenigen Sekunden, mit Schüssen aus dem Leben gerissen worden.

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