Polizei ermittelt: Plötzlich liegt da ein Königspython
Eine Länge von 1,20 Meter ist die übliche Größe bei einem ausgewachsenem Königspython. Foto: Polizei
In Bremervörde schlich ein Königspython in Richtung eines Bauernhofes. Die Polizei hat einen Verdacht.
Bremervörde/Mehedorf. Es muss ein ungewöhnlicher Anruf bei der Bremervörder Polizei gewesen sein. Am Montag sind Beamte in den Ortsteil Mehedorf alarmiert worden. Dort hatten Mitarbeiter eines landwirtschaftlichen Betriebes an der Straße An der Höhne mitten auf dem Hof eine Schlange entdeckt - größer als einen Meter.
Die Polizisten konnten das Tier ohne Zwischenfälle einfangen und der Stadt Bremervörde übergeben. Das berichtet der Rotenburger Polizeisprecher Marvin Teschke. Von dort wurde die Schlange nach Lüneburg gebracht, versorgt und artgerecht untergebracht, heißt es weiter.
Aktuelle Temperaturen eine Gefahr für Königspython
Wie sich schnell herausstellte, handelt es sich um einen Königspython. Die Tiere sind nicht giftig, gelten als friedfertig und werden oft in Terrarien gehalten. Sie sind braun-schwarz mit einer markanten hellbraunen oder gelben Musterung und in West- und Zentralafrika heimisch. Sie ernähren sich von Mäusen, Ratten und Vögeln, die sie umschlingen und erdrücken. 1,20 Meter ist die übliche Größe bei ausgewachsenen Tieren.
„Da Königspythons in Deutschland nicht in freier Wildbahn vorkommen, besteht der Verdacht, dass das Tier von seinem Halter oder seiner Halterin ausgesetzt wurde“, so Teschke. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen. Wer Angaben zur Herkunft der Würgeschlange machen kann, meldet sich bei der Polizei Bremervörde unter 04761/74890.
Ohne Wärme wird ein Königspython schnell inaktiv. Das eingefangene Tier wäre vermutlich in freier Wildbahn schnell gestorben.
Tierschutzverein: Mehr ausgesetzte Tiere in Ferienzeit
Hunde, Katzen, Reptilien: Vor allem in den großen Sommerferien werden vermehrt Tiere ausgesetzt. Darauf weisen Tierschützer hin. „Es ist immer wieder erschütternd, wie skrupellos Halter mit den ihnen anvertrauten Tieren umgehen. Dass Ferien oder Urlaub einen höheren Stellenwert haben als die Versorgung des eigenen Schutzbefohlenen, ist mir unbegreiflich“, hieß es in der Vergangenheit etwa vom Hamburger Tierschutzverein (HTV): „Wenigstens den Gang in das nächstgelegene Tierheim sollte ein Mensch unternehmen, der sein Tier nicht mehr versorgen kann oder möchte.“ (pm/tip)
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