Streit in Jork eskaliert – Audi-Fahrer verletzt Bauarbeiter
An der Straße Westerjork soll es zur Körperverletzung und Bedrohung gekommen sein. (Symbolbild) Foto: Sabina Crisan/dpa
Am Penny-Markt scheinen Geduld und gute Manieren aufgebraucht. Ein Jorker hat nun vier Strafverfahren am Hals - und es könnten noch mehr werden.
Jork. Der Ton im Straßenverkehr wird rauer, die gegenseitige Rücksichtnahme schmilzt. Der Vorfall am späten Montagnachmittag in Jork reiht sich in eine Folge verbaler und körperlicher Auseinandersetzungen in den vergangenen Wochen ein.
Wie Stades Polizeisprecher Matthias Bekermann am Dienstag berichtete, ist am Vortag ein Bauarbeiter an der Baustelle beim Penny-Markt gegen 17.15 Uhr leicht verletzt worden. Laut Zeugenaussagen wollte der 38-Jährige die Straße Westerjork überqueren. Der Bauarbeiter habe eine Eisenstange getragen.
In dem Moment habe sich auch ein Autofahrer aus Richtung Ortszentrum genähert. Der Fahrer eines Audi SQ7 hatte offenbar wenig Geduld für die Wege des Bauarbeiters. Erst kurz vor dem Arbeiter habe der 39-jährige Jorker seinen Wagen gestoppt, so Bekermann: „Der Autofahrer begann ein lautstarkes Streitgespräch mit dem Fußgänger.“
Rettungswagen im Einsatz
Der Audi-Fahrer habe dann seine Fahrt fortgesetzt. Dabei habe der Jorker die Eisenstange des Bauarbeiters aus Stuhr (bei Bremen) touchiert. Diese soll gegen das Bein des 38-Jährigen geschlagen sein.
Bekermann: „Der verletzte Bauarbeiter wurde vor Ort vom Rettungsdienst versorgt, er musste jedoch nicht ins Krankenhaus.“
Und: Die Dorfgemeinschaft im Alten Land funktioniert offenbar. Jedenfalls habe ein Zeuge der Auseinandersetzung sein Auto quer in den Fahrtweg des flüchtenden Audis gestellt. „Der Audi beschleunigte stark, fuhr auf das Fahrzeug des 31-jährigen Zeugen zu, wich erst im letzten Moment über den Gehweg aus und setzte seine Flucht in Richtung Mittelnkirchen fort“, berichtete Stades Polizeisprecher weiter.
Weitere Zeugen konnten Fahrer und Kennzeichen beschreiben.
Fahrer gesteht Alkoholkonsum
So trug sich die letzte Episode des Vorfalls an der Anschrift des Fahrzeughalters zu. Dort konnte der Jorker angetroffen werden. Auch der Audi SQ7 - den Angaben zufolge leicht beschädigt - stand vor dem Haus.
Der Mann habe zudem angegeben, nach seiner Heimkehr Alkohol getrunken zu haben. Ob dies wirklich stimmte, sollte überprüft werden. Dem 39-Jährigen seien im Krankenhaus zwei Blutproben mit einem zeitlichen Abstand abgenommen worden. „Anhand dieses Verfahrens lässt sich gerichtsverwertbar ermitteln, ob sich der Alkoholwert im Körper bereits ab- oder noch aufgebaut hat“, erklärt Polizeisprecher Bekermann. Das Ergebnis wurde nicht mitgeteilt.
Fest steht damit vorerst: Gegen den Jorker wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung, Gefährdung des Straßenverkehrs, unerlaubten Entfernens vom Unfallort sowie Bedrohung ermittelt. Mögliche Alkoholverfahren könnten folgen. (pm/tip)
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