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„Erster Angriff seit Ansiedlung“: Wolf beißt Frau in Einkaufspassage

Ein Wolf verletzt eine Frau in der Einkaufsmeile Große Bergstraße. (Symbolbild)

Ein Wolf verletzt eine Frau in der Einkaufsmeile Große Bergstraße. (Symbolbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Ein Wolf hat in Hamburg eine Frau gebissen – und das nicht in freiem Gelände, sondern in einer Einkaufspassage. Das Tier sei jetzt sicher untergebracht, erklärt die zuständige Behörde.

Von dpa Dienstag, 31.03.2026, 13:25 Uhr

Hamburg. Der Wolfsangriff auf eine Frau in Hamburg-Altona hat sich nach Angaben der Umweltbehörde in einer Einkaufspassage ereignet. Bei dem Wolf habe es sich um das Tier gehandelt, das in den Tagen zuvor im Westen der Stadt gesichtet worden sei. Es habe in der Passage in der Großen Bergstraße eine Passantin gebissen. „Der betroffenen Frau wünschen wir eine gute Genesung“, hieß es.

„Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998“, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur.

„Der Wolf ist sicher untergebracht und wird derzeit tiermedizinisch versorgt“, hieß es weiter. Über den weiteren Verbleib des Tieres werde die Umweltbehörde zeitnah und in enger fachlicher Abstimmung entscheiden.

Wie es zu dem Vorfall kam, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde.

Tier wurde aus der Alster gezogen

Das Tier - nach Angaben der Behörden ein Wolf - war am späten Abend in der Hamburger Innenstadt eingefangen worden: Am Anleger an der Binnenalster zog die Polizei es mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums am Abend schilderte.

Man sei dabei, alle Fakten über das Tier zusammenzutragen, sagte der Sprecher der Umweltbehörde. Die Behörde werde sich im Laufe des Tages äußern.

Ob es sich bei dem eingefangenen Tier um jenen Wolf handelt, der am Wochenende unter anderem im Stadtteil Blankenese gesehen worden war, ist laut Polizei noch nicht sicher. Ein Sprecher der Leitstelle sagte, man halte es für wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.

Vermutlich junges Tier auf der Suche nach einem eigenen Revier

Die ersten Sichtungen des Tieres waren Angaben von Montag zufolge am Samstag in zwei Parks oberhalb des Falkensteiner Ufers gemacht worden. Am Sonntagvormittag sei der Wolf im Bereich des S-Bahnhofs Othmarschen beobachtet worden, am Nachmittag im Bereich des Stadtteils Nienstedten.

Das Tier soll ein noch recht junger Wolf sein. „Nach Experteneinschätzung handelt es sich bei dem Tier höchstwahrscheinlich um einen Welpen in der Abwanderungsphase von seinem Rudel“, hieß es am Montag weiter. In dieser Phase legen die Tiere meist weite Strecken zurück. Auf der Suche nach einem eigenen Revier sei der Wolf wohl „versehentlich so weit in das Stadtgebiet gelaufen“, dass er nun nach einem Weg aus der Stadt suche.

Mittlerweile viele Wölfe in Deutschland

Der Wolfs-Experte der Deutschen Wildtierstiftung, Klaus Hackländer, hält es nach den derzeitigen Informationen für realistisch, dass es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handelte. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf in eine Siedlung oder sogar in eine Stadt geht, ist groß aufgrund der hohen Anzahl an Wölfen, die wir mittlerweile haben.“

Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst nach dem Mauerfall kamen mehrere Tiere über Polen nach Deutschland zurück. Heute streifen Wölfe durch die Wälder zahlreicher Bundesländer.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde um 13.33 Uhr aktualisiert.

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I
Ilse Berdien
31.03.202612:49 Uhr

Wenn es ein Hund gewesen wäre, hätte die Polizei den sofort erschossen. Warum so viel Aufstand für einen beißenden Wolf ? Der wird nicht wieder lieb einmal gemacht, so macht es auch wieder.

U
Ulla Bowe antwortete am
31.03.202613:48 Uhr

Versteheich das richtig, Frau Berdien, daß alles, was nicht "lieb" gemacht werden kann, erschossen werden soll? Wer einen Wolf, einen Bären, eine Raubkatze undundund glaubt, "lieb machen" zu können, hat großen Nachholbedarf in puncto Naturkunde.
Michael Bowe

H
Helmut Wiegers
31.03.202612:07 Uhr

Der arme Wolf. Er befand sich sicher in einem psychischem Ausnahmezustand. Nur so ist seine Aggression erklärbar. Ein völlig traumatisiertes Lebewesen musste in die Alster fliehen und dann auch noch "Polizeigewalt" erdulden. Einfach nur schrecklich.

U
Ulla Bowe antwortete am
31.03.202613:25 Uhr

Ob Sie es nun wahr haben wollen, oder nicht: - auch Säugetiere sind Seelenträger und Empathiefähigkeit ihnen gegenüber sollte dem Menschen unabhängig ihrer politischen Ausrichtung i.d.R. gegeben sein. Aber es gibt, wie unschwer zu erkennen, leidlich Ausnahmen.
Vielleicht doch erwartbar, am Ende erlebt man sonst noch ein "blaues Wunder"?!
Blaue Partei und Empathie ist offensichlich ein "No-Go", solange es nicht um die eigenen, kritisierten Leute geht.
Michael Bowe

H
Helmut Wiegers antwortete am
31.03.202613:11 Uhr

Richtig Herr Söhl! "Undank ist der Welten Lohn".

H
Heiko Söhl antwortete am
31.03.202612:46 Uhr

Die arme Frau. Da wurde ihre Zuneigung und Fürsorglichkeit zu einem Wildtier nicht erwidert. Nun muss die Allgemeinheit für ihre Behandlungskosten aufkommen. Einfach nur schrecklich

U
Ulla Bowe
31.03.202611:23 Uhr

Nach meinen Informationen hat sich das Tier komplett verirrt und wäre sicher am liebsten raus aus der Großstadt. Selbst wir Menschen verirren uns hin und wieder im Großstadtdschungel, - kommt vor! Und Navis hat ein Wolf schon gar nicht! Er soll durch eine Passage gelaufen sein und die Frau habe versucht, ihn wegzulocken. Der Wolf wird nicht aus Jagdgründen, sondern aus Panik und Überforderung agressiv reagiert haben (schließlich scheint er in die Binnenalster geflüchtet zu sein, wo er dann eingefangen werden konnte). Das ist m.E. nachvollziehbar. Das gilt es von bloßer Angriffslust zu unterscheiden; die hat der Wolf wohl nicht gezeigt.
Wer nun wieder undifferenziert diesem Wolf Blutrünstigkeit unterstellt, verirrt sich in seinen Vorurteilen genauso wie der Wolf in der Stadt.
Bitte mal die Wutbrille absetzen!
Michael Bowe

J
Jochen Mextorf antwortete am
31.03.202612:34 Uhr

Eine mögliche Blutrünstigkeit des Wolfes wird nur noch übertroffen durch geistige Defizite von Politbürokraten.

M
Meike Windfuhr
31.03.202611:12 Uhr

Die Überschrift suggeriert wieder etwas, was bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mal geklärt ist. Für mich ist das keine seriöse Berichterstattung

H
Heiko Söhl
31.03.202610:59 Uhr

Das passiert dann wohl, wenn man denkt, man könne mit einem Wildtier umgehen, wie mit einem Haustier. Einen Greifvogel versucht man ja auch nicht einzufangen wie ein Huhn. Gute Besserung für die Verletzte.

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