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Angriff in Supermarkt: Wolf ist in Wildtierstation in Niedersachsen

Ein Wolf verletzt eine Frau in der Einkaufsmeile Große Bergstraße. (Symbolbild)

Ein Wolf verletzt eine Frau in der Einkaufsmeile Große Bergstraße. (Symbolbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Ein Wolf greift laut Behörden eine Frau in Hamburg-Altona an und verletzt sie. Polizisten fangen das Tier später an der Alster. Was passiert nun mit dem Wolf und welche Konsequenzen zieht der Senat?

Von dpa Dienstag, 31.03.2026, 20:50 Uhr

Hamburg. Der eingefangene Wolf, der laut Behörden in Hamburg eine Frau verletzt hat, ist in eine Wildtierauffangstation in Niedersachsen gebracht worden. Dort habe er ein „neues vorläufiges Zuhause“ gefunden, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde der Deutschen Presse-Agentur.

„In Absprache mit Tierschutzexpertinnen und -experten wurde entschieden, dass der Wolf vorläufig in einer Wildtierauffangstation in Niedersachsen unterkommt.“ Um welche Station es sich handelt, sagte er nicht. Es sei auch nicht klar, ob der Wolf dort dauerhaft bleiben könne.

Der Wolfsangriff in Hamburg-Altona hat sich nach Angaben von Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) in einen Supermarkt zugetragen. Es habe eine Mensch-Wolf-Begegnung gegeben, eine Frau habe eine Bissverletzung erlitten, sagte die Grünen-Politikerin. Die Frau sei im Universitätsklinikum Eppendorf ambulant behandelt worden. Zuvor hatte die Umweltbehörde erklärt, der Vorfall habe sich in einer Einkaufspassage ereignet.

Fegebank wünschte der verletzten Frau gute Besserung und eine Verarbeitung des Schocks. Die Polizei habe den Wolf dann an der Binnenalster gesichert. Das Tier sei im Wildgehege Klövensteen im Westen Hamburgs untergebracht worden.

Wolf war bereits am Wochenende gesichtet worden

Der Vorfall sei ein Präzedenzfall, wie es ihn nach Informationen der Umweltbehörde in Deutschland noch nicht gegeben habe. Das Tier sei bereits am Samstag in Hamburg gesichtet worden, am Sonntag habe die Behörde davon erfahren. Bis Montagabend habe der Wolf das arttypische scheue Verhalten gezeigt. „Gestern Abend kam es dann zu einer unerwarteten und auch sehr überraschenden Verhaltensänderung.“

Das Bundesnaturschutzgesetz verbiete den präventiven Abschuss eines streng geschützten Tieres, betonte sie. Eine aktive Treibjagd wäre ein unkalkulierbares Risiko gewesen. Es hätte zu Unfällen oder Panikreaktionen kommen können. Zum weiteren Umgang mit dem gefangenen Wolf sagte Fegebank: „Wir werden sehr zeitnah eine Lösung finden.“

„Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998“, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur.

Weiteres Schicksal des eingefangenen Tieres unklar

Umweltsenatorin Katharina Fegebank sagte auf einer Pressekonferenz, man frage sich bei einer Freilassung des eingefangenen Tieres: „Er hat das einmal getan, tut er das wieder?“. Vorstellbar sei eine Situation, in der der Wolf auf einen Schulhof oder in eine Kita hinein laufe. „Das ist eine Situation, die ich mir nicht verzeihen würde“, sagte Fegebank. „Wölfe sind Raubtiere.“

Nach Fegebanks Angaben gibt es drei Optionen zum weiteren Umgang mit dem gefangenen Wolf: auswildern, einschläfern oder ihn in einen Wildpark bringen. „Alle drei Optionen liegen auf dem Tisch“, sagte sie. Aber wenn er ausgewildert werde, sei natürlich nicht ausgeschlossen, dass er bei nächster Gelegenheit wieder in eine kleine Stadt, ein Dorf oder eine Großstadt laufe und er dann noch mal so etwas tue.

Wolfsexperte Fuhr spricht sich für Tötung des Wolfes aus

Der Journalist, Jäger und Wolfsexperte Eckhard Fuhr sprach sich im Interview des Fernsehsenders RTL dafür aus, das Tier zu töten. „Ein dauerndes Leben in Gefangenschaft in einem Tierpark kann man diesem Wolf nicht zumuten“, sagt er. Die Alternative – das Tier wieder freizulassen – hält Fuhr für ebenso problematisch. Unter dem Gesichtspunkt des Tierwohls sowie der öffentlichen Sicherheit sieht der Experte nur eine vertretbare Lösung: „Es wäre die vernünftigste Lösung, den Wolf zu töten.“

Tier wurde aus der Alster gezogen

Das Tier war am späten Montagabend in der Hamburger Innenstadt eingefangen worden: Am Anleger an der Binnenalster zog die Polizei es mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums am Abend schilderte.

Man sei dabei, alle Fakten über das Tier zusammenzutragen, sagte der Sprecher der Umweltbehörde. Die Behörde werde sich im Laufe des Tages äußern.

Ob es sich bei dem eingefangenen Tier um jenen Wolf handelt, der am Wochenende unter anderem im Stadtteil Blankenese gesehen worden war, ist laut Polizei noch nicht sicher. Ein Sprecher der Leitstelle sagte, man halte es für wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.

Vermutlich junges Tier auf der Suche nach einem eigenen Revier

Die ersten Sichtungen des Tieres waren Angaben von Montag zufolge am Samstag in zwei Parks oberhalb des Falkensteiner Ufers gemacht worden. Am Sonntagvormittag sei der Wolf im Bereich des S-Bahnhofs Othmarschen beobachtet worden, am Nachmittag im Bereich des Stadtteils Nienstedten.

Das Tier soll ein noch recht junger Wolf sein. „Nach Experteneinschätzung handelt es sich bei dem Tier höchstwahrscheinlich um einen Welpen in der Abwanderungsphase von seinem Rudel“, hieß es am Montag weiter. In dieser Phase legen die Tiere meist weite Strecken zurück. Auf der Suche nach einem eigenen Revier sei der Wolf wohl „versehentlich so weit in das Stadtgebiet gelaufen“, dass er nun nach einem Weg aus der Stadt suche.

Mittlerweile viele Wölfe in Deutschland

Der Wolfs-Experte der Deutschen Wildtierstiftung, Klaus Hackländer, hält es nach den derzeitigen Informationen für realistisch, dass es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handelte. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf in eine Siedlung oder sogar in eine Stadt geht, ist groß aufgrund der hohen Anzahl an Wölfen, die wir mittlerweile haben.“

Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst nach dem Mauerfall kamen mehrere Tiere über Polen nach Deutschland zurück. Heute streifen Wölfe durch die Wälder zahlreicher Bundesländer.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde um 21 Uhr aktualisiert.

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A
Alexander Schöcke
31.03.202614:58 Uhr

Hier ist ja wieder was los! Eine verletzte Frau in knapp dreißig Jahren. In der selben Zeit gab es ca. 4.1 MILLIONEN Verletzte im Straßenverkehr in Deutschland und ca. 130 TAUSEND Getötete.

Wer hier beim Wolf Ängste hat (oder im Fall bestimmter Parteien Ängste SCHÜRT), sollte mal einen Realitätscheck machen und sich um _echte_ Lebensrisiken kümmern.

J
Jochen Mextorf antwortete am
31.03.202616:35 Uhr

Eben, weil wir so viele Lebensrisiken haben, ist der Wolf eine zu viel.

M
Meike Windfuhr
31.03.202614:08 Uhr

Leider geht das Tageblatt nicht so ins Detail wie z.b der NDR. Die Frau hat versucht, den Wolf aus einer einkaufspassage herauszuführen. Dabei hat der verängstigte Wolf zugebissen. Das hätten übrigens auch 90% aller Haushunde in dieser Situation gemacht.

I
Ilse Berdien
31.03.202612:49 Uhr

Wenn es ein Hund gewesen wäre, hätte die Polizei den sofort erschossen. Warum so viel Aufstand für einen beißenden Wolf ? Der wird nicht wieder lieb einmal gemacht, so macht es auch wieder.

H
Heiko Kania antwortete am
01.04.202616:11 Uhr

Sie irren, Frau Berdien. Siehe Link. Der Bull-Terrier hat sein Herrchen getötet und wurde nicht eingeschläfert: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache-lohne,lohne-122.html

Ulla Bowe antwortete am
31.03.202613:48 Uhr

Versteheich das richtig, Frau Berdien, daß alles, was nicht "lieb" gemacht werden kann, erschossen werden soll? Wer einen Wolf, einen Bären, eine Raubkatze undundund glaubt, "lieb machen" zu können, hat großen Nachholbedarf in puncto Naturkunde.
Michael Bowe

H
Helmut Wiegers
31.03.202612:07 Uhr

Der arme Wolf. Er befand sich sicher in einem psychischem Ausnahmezustand. Nur so ist seine Aggression erklärbar. Ein völlig traumatisiertes Lebewesen musste in die Alster fliehen und dann auch noch "Polizeigewalt" erdulden. Einfach nur schrecklich.

H
Heiko Kania antwortete am
01.04.202607:22 Uhr

...etliche skandieren in vergleichbaren Fällen "Abschieben! Abschieben!" - zuviel "Absaufen! Absaufen!". Und es sind fast immer dieselben.

Ulla Bowe antwortete am
31.03.202613:25 Uhr

Ob Sie es nun wahr haben wollen, oder nicht: - auch Säugetiere sind Seelenträger und Empathiefähigkeit ihnen gegenüber sollte dem Menschen unabhängig ihrer politischen Ausrichtung i.d.R. gegeben sein. Aber es gibt, wie unschwer zu erkennen, leidlich Ausnahmen.
Vielleicht doch erwartbar, am Ende erlebt man sonst noch ein "blaues Wunder"?!
Blaue Partei und Empathie ist offensichlich ein "No-Go", solange es nicht um die eigenen, kritisierten Leute geht.
Michael Bowe

H
Helmut Wiegers antwortete am
31.03.202613:11 Uhr

Richtig Herr Söhl! "Undank ist der Welten Lohn".

H
Heiko Söhl antwortete am
31.03.202612:46 Uhr

Die arme Frau. Da wurde ihre Zuneigung und Fürsorglichkeit zu einem Wildtier nicht erwidert. Nun muss die Allgemeinheit für ihre Behandlungskosten aufkommen. Einfach nur schrecklich

Ulla Bowe
31.03.202611:23 Uhr

Nach meinen Informationen hat sich das Tier komplett verirrt und wäre sicher am liebsten raus aus der Großstadt. Selbst wir Menschen verirren uns hin und wieder im Großstadtdschungel, - kommt vor! Und Navis hat ein Wolf schon gar nicht! Er soll durch eine Passage gelaufen sein und die Frau habe versucht, ihn wegzulocken. Der Wolf wird nicht aus Jagdgründen, sondern aus Panik und Überforderung agressiv reagiert haben (schließlich scheint er in die Binnenalster geflüchtet zu sein, wo er dann eingefangen werden konnte). Das ist m.E. nachvollziehbar. Das gilt es von bloßer Angriffslust zu unterscheiden; die hat der Wolf wohl nicht gezeigt.
Wer nun wieder undifferenziert diesem Wolf Blutrünstigkeit unterstellt, verirrt sich in seinen Vorurteilen genauso wie der Wolf in der Stadt.
Bitte mal die Wutbrille absetzen!
Michael Bowe

Ulla Bowe antwortete am
31.03.202617:51 Uhr

# B
1 Smiley für Dich!

B
Burchard Neumaier antwortete am
31.03.202615:15 Uhr

Warum nur habe ich solch "warme Worte" von #J erwartet? um in ihrem Jargon zu bleiben: stupidos!

J
Jochen Mextorf antwortete am
31.03.202612:34 Uhr

Eine mögliche Blutrünstigkeit des Wolfes wird nur noch übertroffen durch geistige Defizite von Politbürokraten.

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