Zollkontrolle der „Eventin“ dauert vermutlich noch Tage
Der Tanker „Eventin“ ankert inzwischen selbstständig, nachdem er zuvor von Schleppern gehalten wurde. Weiterfahren darf er vorerst nicht, obwohl die Maschine wieder läuft. Foto: Stefan Sauer/dpa
Der Tanker „Eventin“ mit rund 100.000 Tonnen Öl an Bord liegt vor Rügen. Techniker und Zöllner prüfen Zustand und Ladung. Zumindest der Zoll braucht dafür noch Tage. Solange muss das Schiff bleiben.
Sassnitz. Der vorige Woche vor der Insel Rügen havarierte Öltanker „Eventin“ darf auf Anweisung deutscher Behörden vorerst nicht weiterfahren. Zwar läuft die Hauptmaschine des 274 Meter langen Schiffes wieder und der Kapitän bat um Erlaubnis zum Auslaufen. Doch jetzt sind technische und Zoll-Untersuchungen im Gange. Das geht aus Angaben der Generalzolldirektion Hamburg und des Bundesverkehrsministeriums hervor.
Der Zoll untersucht demnach, ob es sich bei den rund 100.000 Tonnen Öl an Bord der „Eventin“ um russisches Öl handelt und das Öl-Embargo der EU verletzt wird. Die Untersuchung des Zolls dauert vermutlich noch mehrere Tage, wie ein Sprecher der Generalzolldirektion in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Parallel laufen technische Überprüfungen zur Seetüchtigkeit des fast 20 Jahre alten Schiffes, auf dem in der Nacht zu Freitag voriger Woche sämtliche Systeme ausgefallen waren. Das Schiff, das stundenlang führerlos in der Ostsee trieb, wurde von deutschen Einsatzkräften gesichert und vor den Stadthafen von Sassnitz auf Rügen geschleppt. Dort liegt es seit Sonntag.
Maschinen laufen wieder
Die Hauptmaschine des 274 Meter langen Schiffes läuft laut Bundesverkehrsministerium wieder und der Kapitän hat bereits um Erlaubnis zum Auslaufen gebeten.
Zoll-Beamte waren laut Generaldirektion bereits am Dienstag an Bord. Die zollamtliche Untersuchung dauere an, Papiere würden ausgewertet, hieß es jetzt. Das Schiff dürfe erst wegfahren, wenn die Untersuchung beendet sei. Wann das sein wird, wurde nicht mitgeteilt. Über die Zoll-Untersuchung hatten zuvor Medien berichtet.
Die EU hatte nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 ein Verbot für den Erwerb, die Einfuhr oder die Weiterleitung von Rohöl in die EU auf dem Seeweg erlassen. Sollte die Zoll-Untersuchung ergeben, dass russisches Öl an Bord ist, entscheidet der Generaldirektion zufolge das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, wie es weitergeht.