Zähl Pixel
Ermittlungen

Frachter leitet illegal 900 Tonnen Ballastwasser in Nordsee – Hohe Strafe

Ein internationales Übereinkommen soll verhindern, dass Ballastwasser von Schiffen unbehandelt in die Meere gelangen. (Symbolbild)

Ein internationales Übereinkommen soll verhindern, dass Ballastwasser von Schiffen unbehandelt in die Meere gelangen. (Symbolbild) Foto: Sina Schuldt/dpa

In Bremerhaven erwischte die Polizei einen Kapitän und seinen Ersten Offizier. Warum der Verstoß zu schwer wiegt - und was er bislang kostet.

Von dpa Mittwoch, 15.01.2025, 18:05 Uhr

Borkum/Bremerhaven. Wegen der unerlaubten Einleitung von Ballastwasser in die Nordsee ermittelt die Wasserschutzpolizei in Bremerhaven gegen den Kapitän und den Ersten Nautischen Offizier eines Frachtschiffes. Bei einer Routine-Kontrolle des Schiffes, das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fährt, sei ein schwerwiegender Verstoß gegen das sogenannte Ballastwasserübereinkommen festgestellt worden, teilten die Beamten mit.

Demnach soll der Frachter vergangene Woche vor den ostfriesischen Inseln Borkum und Juist in deutschen Hoheitsgewässern rund 900 Tonnen unbehandeltes Ballastwasser in die Nordsee eingeleitet haben. Das sei anhand von aufgezeichneten Daten des Frachters bei der Kontrolle ermittelt worden, sagte eine Polizeisprecherin. 

Invasive Arten können mit Ballastwasser eingeschleppt werden

Seeschiffe nehmen Ballastwasser in Tanks auf oder geben es ab, damit das Schiff stabil im Wasser liegt. Bei der Aufnahme von Ballastwasser können Organismen erst in die Tanks und später beim Ablassen in fremde Seegebiete gelangen. Das Ballastwasserübereinkommen ziele darauf ab, die Verbreitung invasiver Arten, Viren und Bakterien durch unbehandeltes Ballastwasser zu verhindern, teilte die Polizei mit. „Die Einleitung unbehandelten Ballastwassers stellt eine ernsthafte ökologische Bedrohung dar und steht im Widerspruch zu internationalen Umweltschutzbestimmungen.“

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, das für die nationale Umsetzung des Übereinkommens zuständig ist, ordnete gegen den Kapitän und den Ersten Nautischen Offizier des Frachters eine Sicherheitsleistung in Höhe von insgesamt 52.000 Euro an, die inzwischen eingezogen wurde, wie die Polizei weiter mitteilte.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

T Mit 18 Jahren der jüngste Busfahrer der Wesermarsch

Als Sechsjähriger stand Kennet Hoppstock im Büro des Geschäftsführers der Verkehrsbetriebe und sagte: „Ich möchte gerne Busfahrer werden.“ Nun ist der junge Mann in seinem Traumjob angekommen. Wie ging das?

CDU lehnt Limosteuer ab

Gesundheitsexperten fordern im Kampf gegen Übergewicht und Diabetes seit längerem eine Abgabe auf gezuckerte Limos und Colas. Eine Initiative dafür fiel beim Parteitag der CDU durch.