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Elbfähre

Diskussion um Elbquerung: „A20 ist ein Fossil des letzten Jahrhunderts“

Die FRS Elbfähre von oben betrachtet.

Die FRS Elbfähre von oben betrachtet. Foto: Martin Elsen

Was wird aus der Elbfähre? Vor fünf Jahren präsentierte die Reederei FRS ein Konzept zur Modernisierung. Passiert ist auf politischer Ebene nichts. FRS macht einen Vorschlag.

Von Redaktion 02.07.2026, 10:05 Uhr
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Wischhafen. Rund 30 Interessierte diskutierten jüngst im Ankerplatz in Wischhafen mit Stephan Christ, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Björn Hartmann von der FRS Elbfähre Glückstadt-Wischhafen und Renate Matthes von der Initiative „A20 Nie“ über die Zukunft der Elbquerung.

Das Problem ist bekannt: Während die A20 mit einem Elbtunnel bei Drochtersen in Abschnitten noch immer geplant wird, kämpft die Elbfähre seit Jahren mit der zunehmenden Verschlickung der Süderelbe. Das verschleppt den Takt der Fähren und führt bei Niedrigwasser zu längeren Wartezeiten. Eine moderne Lösung hat die Reederei schon vor fünf Jahren ausgearbeitet, allerdings findet sie damit bislang kein Gehör.

FRS-Betriebsleiter Björn Hartmann fasste laut Pressemitteilung das Konzept zusammen: Durch neue elektrische Fähren, eine höhere Taktung sowie Verbesserungen an den Anlegern könne die Leistungsfähigkeit der Elbquerung nach Angaben der FRS um ein Vielfaches gesteigert werden. Ein erster Schritt wäre die Verlegung der Anleger näher an das tiefere Fahrwasser der Elbe, um die Auswirkungen der zunehmend verschlickten Süderelbe zu reduzieren.

Betriebsleiter Hartmann fordert Planungssicherheit

Hartmann betont: „Wir brauchen Planungssicherheit, um die nächsten Entwicklungsschritte gehen zu können.“ Die Investitionen in neue Fähren und Infrastruktur seien für ein familiengeführtes Unternehmen eine große Entscheidung, lägen aber nicht annähernd in der Größenordnung eines Elbtunnels.

„Mit der Modernisierung der Fährverbindung könnten wir innerhalb weniger Jahre eine leistungsfähige, klimafreundliche und verlässliche Elbquerung schaffen. Was wir jetzt brauchen, ist der politische Wille, diesen Weg gemeinsam zu gehen“, so der Betriebsleiter.

Reederei schlägt Runden Tisch vor

Hartmann warb deshalb für einen Runden Tisch zwischen Niedersachsen, Schleswig-Holstein und der FRS Elbfähre. Während aus Schleswig-Holstein bereits positive Signale für ein solches Format gekommen seien, fehle bislang eine entsprechende Initiative aus Niedersachsen, so Hartmann. Stephan Christ sagte zu, diesen Wunsch als Auftrag aus der Veranstaltung aus Wischhafen mit nach Hannover zu nehmen.

Christ kritisierte die Prioritäten der Verkehrspolitik. „Die A20 ist ein verkehrspolitisches Fossil aus dem vergangenen Jahrhundert“, wird Christ in einer Pressemitteilung der Grünen zur Veranstaltung zitiert, „für Milliarden Euro werden Moore zerstört, Hunderttausende Tonnen CO₂ freigesetzt und neue Verkehrsströme erzeugt, während Brücken und Straßen im ganzen Land verfallen.“

Statt Geld in Autobahnen zu stecken: Infrastruktur erhalten

Der Bundesrechnungshof empfehle ausdrücklich, Neubau- und Ausbauprojekte zurückzustellen, um die dringend notwendige Brückensanierung voranzubringen. Statt Milliarden in neue Autobahnen wie die A20 zu stecken, sollte die Infrastruktur erhalten werden, die bereits vorhanden ist, erklärte Christ.

Neben den finanziellen Fragen wurden auch die Auswirkungen der A20 auf Natur und Klima thematisiert. Renate Matthes von der Initiative „A20 Nie“ verwies auf die Zerstörung wertvoller Moorflächen, die Freisetzung großer Mengen von CO₂ sowie die Eingriffe in gewachsene Dorfgemeinschaften. Gemeinsam mit Umweltverbänden wie BUND und Nabu setzt sich die Initiative seit Jahren gegen das Projekt ein.

Ralf Faber, Co-Sprecher der Grünen im Landkreis Cuxhaven, stellte die Frage, ob die für die A20 veranschlagten 7 bis 10 Milliarden Euro nicht wirksamer direkt in die Wirtschaftsförderung investiert werden könnten. Ob die Autobahn tatsächlich die oft versprochenen wirtschaftlichen Impulse für die Region bringen würde, sei keineswegs gesichert. (sh)

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T
Theo Soltau
04.07.202614:58 Uhr

Der Tunnel muß gebaut werden.
Von der Steinzeit in die Zukunft.

M
Michael Von Allwoerden
03.07.202621:30 Uhr

Der Fährbetreiber wusste ganz genau was er gekauft hat und der Tunnel gebaut wird.Jetzt will er nur noch Geld rausholen,sonst würde er Hamburg verklagen wegen der Elbvertiefung,die das problem ist.
Man kucke mal 2026 wie oft die Fähren nicht gefahren sind(Hochwasser,zu wenig Wasser,Eisgang)
Da ist der Tunnel sicher besser.

G
Gerhard Porath
02.07.202619:10 Uhr

Die Kritik an der A20 blendet die wirtschaftliche Realität aus, da Fähren keinen Ersatz für eine feste, vierspurige Tunnelquerung darstellen. Aufgrund ihrer Wetteranfälligkeit verursachen Schiffsverbindungen unkalkulierbare Wartezeiten, was für den modernen Just-in-time-Güterverkehr von Skandinavien bis in die Niederlande untragbar ist. Eine verlässliche Infrastruktur ist entscheidend, womit das wahre Fossil die veraltete Fähre und nicht der Tunnel ist.

G
Günter Rademacker
02.07.202614:24 Uhr

Sehr geehrter Herr Haßelmann,
sie halten sich selbst einen Spiegel vor die Nase wie Till Eulenspiegel es nicht besser hätte machen können.
Oder wie die drei Affen: nichts hören, nichts sehen und ja nicht umdenken.
Alles rückwärts bis in die Steinzeit und noch ein paar Steine weiter.

R
Rolf Haßelmann
02.07.202613:23 Uhr

Wer die A20 als Anachronismus bezeichnet, lebt selbst in der Steinzeit !
Nur ewig gestrige freuen sich über eine "Kahnpartie" über die Elbe und lieben die langen Staus mit der lieblich nach Abgasen schnuppernden Luft der laufenden Motoren, damit die Klimaanlage die Wartenden frisch hält. Warum darf man nicht ohne Wartezeiten oder lange Umwege nach S-H, Meck-Pom und/oder Dänemark ? Die A20 wird im europäischen Netz eine wichtige Verbindung von Belgien nach Skandinavien und den baltischen Staaten werden und hat somit eine genügend große Zukunft, auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Weser-Elbe-Dreiecks, das in Zukunft, wenn nichts passiert, eine ähnliche Entvölkerung erleben wird, wie in weiten Teilen von Meck-Pom - "Dörfersterben". Schon ohne Ferienzeiten steht man mittlerweile länger im Stau als die Überfahrt dauert und wegen des weiter wachsenden Schiffverkehrs auf der Elbe, werden nie mehr, sondern eher weniger Fähren fahren können, mit weiteren laufenden Motoren im Stau.

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