Erdgas

Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Heizen und kochen und arbeiten mit Erdgas - für rund 28.000 Haushalte und Betriebe tägliche Notwendigkeit. Viele Kunden in Bremerhaven sind verunsichert: Taugen auf H-Gas umgestellte Geräte notfalls für anderes Gas?

03.02.2023, 13:15 Uhr

Von Susanne Schwan

Die Frage, ob die Umstellung von L-Gas auf H-Gas durch den Ukraine-Krieg neu bewertet werden muss, stelle sich nicht, heißt es seitens SWB, deren Tochter Wesernetz als örtlicher Netzbetreiber in Bremerhaven zuständig für das Umrüsten aller Gas-Geräte ist. Seit 2014 liefen die Planungen für die Umstellung vom bisherigen L-Gas (Low Caloric) auf das energiereichere H-Gas (High Caloric). Grund: Die Förderung von L-Gas in einem der Hauptfördergebiete in den Niederlanden soll bis spätestens 2030 eingestellt werden. Weil sie nicht mehr genügend Ertrag brächten, hieß es.

Förderung überwiegend in Norwegen und Russland

Die Umstellung auf das H-Gas mit höherem Brennwert sichere die Erdgasversorgung für viele Jahre. Es wird überwiegend in Norwegen und Russland gefördert. Rund 37.000 Gasgeräte sind vor dem Ukraine-Krieg mit neuen Düsen ausgerüstet worden, die für das chemisch anders beschaffene H-Gas geeignet sind. Denn, so hieß es seitens der SWB, „Gasgeräte, die nicht angepasst werden, sind eine mögliche Gefahr für Leib und Leben“, so Geschäftsführer Patrick Wittenberg. „Sicherheit hat rund um die Gasumstellung höchste Priorität.“ Rund 80 Millionen Euro hat das Umrüsten im Land Bremen gekostet.

Jedes einzelne Gerät wurde auf H-Gas-Tauglichkeit geprüft, in Tausenden Thermen und Kesseln wurden die alten, größeren Brennerdüsen - nötig für den Durchlass von mehr Menge an L-Gas - ausgetauscht gegen kleinere Düsen, da H-Gas für gleichen Energieertrag weniger Volumen, also weniger Menge, benötigt. Seither strömt H-Gas.

Seitdem die russische Gas-Pipeline Nord Stream 1 abgestellt wurde, es Explosionen auch an Nord Steam 2 gegeben hat, herrscht Verunsicherung. Besorgte Menschen fragen, was geschähe, falls infolge des Krieges der H-Gas-Strom hierher blockiert ist: „Wenn womöglich doch wieder altes L-Gas benötigt würde - fliegen uns dann die umgerüsteten Gasthermen um die Ohren?“

Fehlende H-Gas-Quellenwerden kompensiert

„Nein“, versichert SWB-Sprecherin Angela Dittmer. Auch, wenn die neuen Düsen nicht unbedingt für anderes als H-Gas taugten, „die Bundesnetzagentur hat sich klar positioniert: L-Gas wird auch in unserem Netzgebiet in Zukunft nicht wieder genutzt. Es gibt künftig keine L-Gas-Quellen mehr. Die Liefermengen an H-Gas aus Russland können aber kompensiert werden.“ Potenzielle Lieferanten seien zum Beispiel Norwegen und USA. Sollte eines Tages vielleicht von H-Gas auf eine andere Energiequelle umgestellt werden, „zum Beispiel Wasserstoff“, müssten die Geräte neu überprüft und gegebenenfalls umgerüstet werden. Das sei aber, so Dittmer, „ein Blick in die Glaskugel“.

 

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Nach der Schlappe bei der Bürgerschaftswahl bemühen sich die Grünen um einen Neuanfang - auch mit der Wahl eines neuen Vorstands.

Das Wochenende startet am Samstag in Niedersachsen und Bremen mit herbstlichem Wetter. Tagsüber erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) viele Wolken und anhaltender Regen. Im Süden von Niedersachsen kommt zeitweise in Regenpausen die Sonne raus. Für die Küstenregionen (...).

Sebastian Hoeneß rettete den VfB Stuttgart erst vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga und führte den Club zuletzt sogar weit nach oben. Darauf ist auch sein bekannter Vater stolz.

Noch immer werden in Niedersachsen regelmäßig Geldautomaten gesprengt - allerdings mit sinkender Tendenz im Vergleich zu früheren Jahren. Bei den Taten besteht wegen einer veränderten Vorgehensweise oftmals eine größere Gefahr.

Einst stießen die Werke auf viel Widerstand, heute locken sie Massen ins Museum: Mit einer Sonderausstellung erinnert der Bremer Kunstverein an seinen Durchbruch.