Industrie-Agenda: Schleswig-Holstein will Standort stärken
Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften wollen den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein gemeinsam stärken. Foto: Katrin Luxenburger/dpa
Weniger Bürokratie, bessere Infrastruktur und sichere Arbeitsplätze: Mit einem gemeinsamen Plan wollen Regierung, Gewerkschaften und Wirtschaft die Industrie in Schleswig-Holstein stärken.
Kiel. Schleswig-Holstein will seine Industrie mit einer gemeinsamen Agenda von Landesregierung, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden stärken. „Die nun verabschiedete gemeinsame industriepolitische Agenda ist ein wichtiges Signal: Wer die Industrie stärkt, sichert Arbeitsplätze, Wohlstand und Zukunftsperspektiven für die Bürgerinnen und Bürger“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).
Ziel ist eine Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Wie die beteiligten Akteure mitteilten, steht die Industrie durch eine schwache Konjunktur, hohe Kosten und den technischen Wandel vor großen Herausforderungen. Schleswig-Holstein wolle die Chancen der Energiewende nutzen und sich als moderner Industriestandort weiterentwickeln. „Da wir deutschlandweit aktuell Deindustrialisierung live erleben, steuern wir in Schleswig-Holstein gemeinsam kraftvoll gegen“, sagte der Präsident der Unternehmensverbände Nord, Philipp Murmann.
Energie und Genehmigungen
Schwerpunkte der Vereinbarung sind eine bezahlbare Energieversorgung, der Ausbau der Verkehrs- und Digitalinfrastruktur, schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie sowie die Sicherung von Fachkräften.
„Diese Agenda zeigt, wo die Probleme und wo die Lösungen liegen. Sie macht deutlich: Sozialabbau löst unsere Herausforderungen nicht. Investitionen in Fachkräfte, Innovationen, Resilienz und die Standorte mit ihrer Infrastruktur sind der Schlüssel für eine starke Wirtschaft“, sagte die DGB-Nord-Vorsitzende Laura Pooth.
Die Unterzeichner kündigten an, die vereinbarten Ziele auch auf Bundes- und EU-Ebene zu vertreten. Viele Rahmenbedingungen für die Industrie würden nicht allein im Land entschieden. Die Umsetzung der Maßnahmen solle zudem regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden.