Folgen der Wirtschaftskrise

Insolvenzen bedrohen Jobs - Brauerei versucht Neustart

Von der wirtschaftlichen Dauerkrise beleibt der Nordwesten nicht verschont. (Symbolbild)

Von der wirtschaftlichen Dauerkrise beleibt der Nordwesten nicht verschont. (Symbolbild) Foto: Jonas Walzberg/dpa

Die schlechten Wirtschaftsnachrichten reißen nicht ab: Experten warnen, dass die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht habe. Es gibt aber auch immer wieder Versuche, Firmen neu aufzustellen.

Von dpa 23.06.2026, 10:35 Uhr

Hannover/Bremen. Wirtschaft im Krisenmodus - mehr Unternehmen in Insolvenz: Nach Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform werden im Nordwesten bis zum Ende des ersten Halbjahres mehr Firmen Insolvenz angemeldet haben als im Vorjahreszeitraum. In Niedersachsen sind geschätzt 1.100 Firmen betroffen sein, was einem Plus von 12,2 Prozent entspricht. Die 130 betroffenen Unternehmen in Bremen bedeuten einen Anstieg von 62,5 Prozent im kleinsten Bundesland. 

Bremen mit hoher Insolvenzquote 

Bundesweit werden 12.900 Unternehmen nach Hochrechnungen bis zum Ende des ersten Halbjahres Insolvenz angemeldet haben. Das wären fast acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand seit den ersten sechs Monaten 2013 mit damals 13.310 Fällen, teilte die Auskunftei mit. Nach den Daten wird die Bremer Insolvenzquote - also die Anzahl der Insolvenzen je 10.000 Unternehmen - mit 119 nur knapp von Berlin mit 120 übertroffen. 

Von Insolvenz betroffen. Die Brauerei Wolters in Braunschweig.  (Archivfoto)

Von Insolvenz betroffen. Die Brauerei Wolters in Braunschweig. (Archivfoto) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

„Der Pleite-Höhepunkt ist noch nicht erreicht“, warnte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. „Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027.“ Bundesweit stehen insgesamt 165.000 Jobs infolge der Insolvenzen des ersten Halbjahres hierzulande auf der Kippe und damit mehr als vor Jahresfrist (143.000), wie Creditreform schätzt.

Braunschweiger Traditionsbrauerei will kämpfen 

Ein aktuelles Beispiel dafür, dass Insolvenz nicht das Ende für ein Unternehmen bedeuten muss, ist die traditionsreiche Brauerei Wolters in Braunschweig. Sie hat vor wenigen Tagen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht gestellt, mit dem Ziel, den Geschäftsbetrieb grundlegend zu sanieren und sich wirtschaftlich neu aufzustellen.

Der Geschäftsbetrieb werde trotz des Insolvenzantrags „unter zunehmend anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortgeführt“, hatte Wolters mitgeteilt. Löhne und Gehälter der gesamten Belegschaft seien aber gesichert.

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