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Virtuoser Musiker

Jazzgitarrist Ralph Towner ist tot

Der US-Jazzgitarrist Ralph Towner (links) ist im Alter von 85 Jahren in Rom gestorben. (Archivbild)

Der US-Jazzgitarrist Ralph Towner (links) ist im Alter von 85 Jahren in Rom gestorben. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Ralph Towner prägte mit der Band Oregon den progressiven Jazz. Bekannt wurde er mit seinem virtuosen und gleichzeitig intimen eigenen Stil. Nun ist der US-Musiker im Alter von 85 Jahren gestorben.

Von dpa Montag, 19.01.2026, 12:55 Uhr

Rom. Der als Meister der zwölfsaitigen Gitarre gefeierte US-Jazzmusiker Ralph Towner ist tot. Der Künstler starb im Alter von 85 Jahren am Sonntag in seiner Wahlheimat Rom, wie ein Sprecher seines Musiklabels ECM Records der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Der 1940 im US-Bundesstaat Washington geborene Towner erlangte vor allem mit der 1970 gegründeten Band Oregon Bekanntheit. In der Gruppe spielte er Keyboard und Gitarrist und wirkte maßgeblich als Komponist mit. Sein Werk umfasst darüber hinaus Soloalben und weitere Duo- und Bandprojekte sowie die Mitarbeit an Alben anderer Musiker. 

Towner habe sich auf dem Höhepunkt der Jazz-Fusion-Ära mit seinem virtuosen und zugleich intimen Stil als führender Vertreter des progressiven Jazz etabliert, schrieb die „New York Times“, die seinen Tod unter Berufung auf die Tochter des Musikers, Celeste Towner, meldete. Bis zu seinem Lebensende habe er über zwei Dutzend Alben veröffentlicht. Häufig spielte er dabei solo Akustikgitarre - sowohl klassische als auch zwölfsaitige.

Unverwechselbare Klangsprachen entwickelt

Towner habe „unverwechselbare Klangsprachen“ entwickelt, heißt es in einem Porträt seines Labels ECM, das mehr als 40 Jahre lang seine Musik veröffentlichte. Seinen Gitarrenstil beschrieb er selbst demnach als „pianistisch“: „Mein Gehirn möchte auf all diese Noten gleichzeitig Zugriff haben.“ Das Label nannte ihn auch in seinem Schaffen als Komponist „einzigartig“: Towner habe barocke Kontrapunktik, Rhythmen und Melodien, die von der brasilianischen Musik und der Jazztradition inspiriert sind, mit einem ganz persönlichen Ansatz verknüpft. 

In der Szene der zeitgenössischen, Improvisations- und Weltmusik gilt das Band-Quartett Oregon als bahnbrechend. „Es ist ungemein aufregend, in dieser Gruppe mitzuwirken“, sagte Towner im Jahr 2000 der Branchen-Website „Innerviews“. „Wir können alles spielen, von der Zwölfton-Tradition über atonal klingende Musik bis hin zu Polkas, Tangos und allem anderen, was einem so begegnet. Wir können es irgendwie in uns aufnehmen und etwas Eigenes daraus machen.“

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