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Digitalisierung

Lauterbach: Neues Digital-Zeitalter mit E-Patientenakte

Die E-Akte macht den Patienten auch zum Herrn seiner Daten. (Symbolbild)

Die E-Akte macht den Patienten auch zum Herrn seiner Daten. (Symbolbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa

Bei Praxisbesuchen sollen wichtige Befunde und Laborwerte künftig digital parat stehen. Das Großprojekt läuft jetzt an - aber noch nicht gleich überall.

Von dpa Mittwoch, 15.01.2025, 13:05 Uhr

Berlin. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet mit dem Start elektronischer Patientenakten (ePA) in den Masseneinsatz einen Schub für die lange stockende Digitalisierung. Mehr als 20 Jahre nach der Ursprungsidee werde die ePA für alle endlich Realität, sagte der SPD-Politiker in Berlin. „Die elektronische Patientenakte ist sicher und macht bessere Behandlung und Forschung möglich.“ Sie mache den Patienten auch zum Herrn seiner Daten.

Lauterbach sprach vom „Beginn eines neuen Zeitalters der Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems“. Von Mittwoch an bekommen alle gesetzlich Versicherten nach und nach eine E-Akte von ihrer Kasse angelegt - es sei denn, man lehnt es ab. Sie soll ein digitaler Speicher etwa für Befunde, Laborwerte und Angaben zu Medikamenten sein und Patienten ein Leben lang begleiten. Man kann die E-Akte über Apps der Kassen selbst am Smartphone ansehen.

Einsatz in vorerst drei Regionen

Der operative Betrieb wird zunächst in drei Modellregionen getestet. In Hamburg mit Umland, Franken und Teilen Nordrhein-Westfalens startete eine Pilotphase, wie das Ministerium erläuterte. Rund 300 teilnehmende Praxen, Apotheken und Kliniken sollen die ePA im Alltag testen. Der bundesweite Einsatz soll dann starten, sobald das System in den Regionen stabil läuft.

Als wählbares Angebot, um das sich Versicherte aktiv kümmern müssen, waren E-Akten bereits 2021 eingeführt worden. Sie wurden aber kaum verwendet. Daher wurde mit einem Gesetz der Ampel-Koalition das Prinzip umgekehrt: Jetzt sollen alle eine E-Akte bekommen, außer man widerspricht dem aktiv.

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Ulrich Tietjens
15.01.202515:03 Uhr

Wieder einmal ignoriert der Gesundheitsminister Warnungen. Der Chaos Computer Club hat bereits im letzten Jahr vor schwerwiegenden Sicherheitslücken gewarnt und am 14.01.2025 zusammen mit vielen Verbänden in einem offenen Brief noch einmal erneut darauf hingewiesen. Aber wie so oft scheint der Gesundheitsminister von Warnungen nichts wissen zu wollen, wie bereits bei Warnungen zu Lipobay, Reductil den Adipositasleitlinien und zuletzt hat er auch die Warnungen zu Astra Zeneca ignoriert und trotz besserem Wissen diesen Impfstoff als nebenwirkungsfrei bezeichnet. Mittlerweile kann man seine Aussagen getrost als Unsinn verbuchen und die Glaubwürdigkeit dieser Person zu Recht in Frage stellen.

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