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Unterrichtsversorgung

Neue Stellen für Vertretungslehrer in Schleswig-Holstein

Die Landesregierung nimmt Geld für neue Lehrerstellen in die Hand. (Symbolbild)

Die Landesregierung nimmt Geld für neue Lehrerstellen in die Hand. (Symbolbild) Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Bildungsministerin Stenke wünscht sich neue Vertretungslehrer und keine Stundenreduzierungen im elften Jahrgang. Von der Opposition in Schleswig-Holstein bekommt sie dennoch Kritik.

Von dpa Donnerstag, 19.02.2026, 15:15 Uhr

Kiel. Die schwarz-grüne Koalition schafft für eine stabilere Unterrichtsversorgung zum nächsten Schuljahr 254 neue Lehrerstellen. Das Geld dafür solle in einem Nachtragshaushalt zur Verfügung gestellt werden, sagte Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU). Die Unterrichtsversorgung steige damit an allen weiterführenden Schulen auf 103 Prozent.

Wenn die zusätzlichen Lehrkräfte nicht für Vertretungsunterricht gebraucht werden, könnten sie Schüler dort gezielt fördern, wo das benötigt werde. Das könnten Doppelbelegungen von Lehrern in einer Unterrichtsstunde sein oder auch zusätzliche Angebote für die Abschlussvorbereitung. Zuvor angekündigte Streichungen von Lehrerstellen und der jetzt angekündigte Aufbau an anderer Stelle seien voneinander unabhängig, betonte Stenke.

Die Ministerin kündigte außerdem an, dass die Stundenzahl in der elften Jahrgangsstufe in den Fächern Geschichte, Religion/Philosophie und der weiteren Fremdsprache in der bisherigen Stundenzahl beibehalten werden soll. Der Plan, in diesem Bereich zu kürzen, hatte zu Kritik geführt. „Wir haben zugehört und reagieren nun auf die angeführten Argumente“, so die Ministerin.

Parteien reagieren unterschiedlich auf Bildungspolitik

Aus Sicht der FDP-Abgeordneten Anne Riecke hat Druck der Opposition dazu geführt, dass die Ministerin ihre Kürzungen beim Fach Geschichte zurücknehmen musste. Die geplanten Veränderungen bei der Lehrerzahl kritisiert Riecke: „Erst streicht sie rund 600 Lehrerstellen, um jetzt wieder 254 Stellen zu schaffen. Weiß die Ministerin eigentlich, was sie tut?“

Die SSW-Abgeordnete Jette Waldinger-Thiering forderte, eine Bildungsoffensive dürfe nicht bei besserer Unterrichtsversorgung und mehr Stellen auf dem Papier Halt machen, sondern müsse in der Praxis spürbar werden. Dazu gehörten auch Schulgesundheitskräfte, Entlastung von Bürokratie, Maßnahmen für ein gutes Schulklima, kleinere Lerngruppen und mehr Ressourcen, um die psychische Gesundheit im Blick zu haben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Balasus hingegen lobte die Ministerin: „Die Schaffung von 254 Lehrerstellen ist ein Schritt, den man vor Ort spüren wird.“ Der neue SPD-Landesvorsitzende der Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Ulf Kämpfer kündigte an, seine erste Amtshandlung als Ministerpräsident wäre, die Stellenstreichungen im Bildungsbereich zurückzunehmen.

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