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Trecker, Lkw & Co.

Überholen auf Landstraßen: Wenn Autofahrer zu viel Risiko eingehen

Auch im Landkreis Stade ein bekanntes Bild: Lkw, hinter denen sich Autoschlangen bilden.

Auch im Landkreis Stade ein bekanntes Bild: Lkw, hinter denen sich Autoschlangen bilden. Foto: Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn

Eine der häufigsten Unfallursachen ist falsches Überholen. Was es braucht, um einen Trecker oder Lkw zu überholen.

Von Peter Löschinger Montag, 11.05.2026, 09:00 Uhr

Die Sonne blinzelt durch die Alleebäume und romantisch schlängelt sich die Straße durch die Landschaft und hinter der Kurve … lauert der Tod.

Klingt drastisch, ist aber viel zu oft so. Langsame Fahrzeuge, unübersichtliche Kurven, Gegenverkehr und Überholmanöver - Landstraßen können schnell lebensgefährlich werden.

Eine der häufigsten Unfallursachen ist falsches Überholen, so der ADAC. Denn viele unterschätzen die dafür nötige Zeit und auch die dafür nötige Strecke:

  • So braucht man den Angaben zufolge zum Überholen von Treckern oder Lastwagen häufig eine Strecke von mehreren hundert Metern Länge.
  • Kommt dann aber plötzlich ein anderes Fahrzeug aus der Gegenrichtung, kann es schnell brandgefährlich werden.
  • Wer überholt hat dann nur ein kurzes Zeitfenster, um passend zu reagieren. Je schneller der Gegenverkehr fährt, desto höher das Risiko, so der Autoclub.

Ein Beispiel: Ein Auto fährt mit 100 km/h hinter einem 12 Meter langen Lkw, der mit 80 km/h unterwegs ist. Will der Autofahrer überholen, hat er lediglich einen Tempounterschied von nur 20 km/h. Bei einem Sicherheitsabstand von jeweils 50 Metern vor und nach dem Lkw braucht man rund 600 Meter freie Strecke auf der Gegenfahrbahn.

So überholt man sicherer – und im Zweifel gar nicht:

  • So schnell wie möglich: Wer überholt, sollte wesentlich schneller sein als der zu Überholende. Je schneller dieser fährt, desto schwieriger das Unterfangen und riskanter. Und die Höchstgeschwindigkeit muss man dabei ja auch einhalten.

  • Überblick behalten: Vor dem Ausscheren sollte mit einem Schulterblick geprüft werden, ob auch von hinten alles frei – oder etwa ein anderes Fahrzeug einen bereits selbst überholen will.

  • Blinker setzen: Vor dem Ausscheren und vor dem Wiedereinscheren muss man blinken, um auf den Vorgang hinzuweisen.

  • Auf Gefahren achten: Bei Einmündungen und Kreuzungen aufpassen – andere Verkehrsteilnehmer rechnen nicht immer mit Überholenden auf der Gegenfahrbahn.

  • Abstand halten: Wer außerorts Radfahrer und Fußgänger überholen will, muss generell zwei Meter Mindestabstand halten.

  • Überholverbote bemerken: Nicht immer werden diese auf Landstraßen explizit mit Schildern angezeigt und aufgehoben. Auch an ganz gefährlichen Abschnitten, etwa kurvigen Strecken oder direkt vor Kuppen stünden häufig keine solchen Verkehrszeichen. Das erkläre sich aus der eindeutigen Gefahrenlage, notiert der Club: „Die Strecke kann nicht überblickt werden – daher darf hier nicht überholt werden.“

Das Fazit des Clubs: Lieber verzichten. Im Zweifel besser immer weiter hinterherfahren, der Zeitverlust sei meist minimal. Wer auch nur minimal unsicher ist, sollte bewusst aufs Überholen verzichten. (dpa/tmn)

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